Wasserretter waren 2025 stark gefordert
(Bild: DLRG)Bad Nenndorf/Berlin (lse) – Viel Arbeit für die Wasserrettung 2025 in Deutschland: Laut Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ereigneten sich im vergangenen Jahr 393 tödliche Unglücke in den Gewässern, immerhin 18 weniger als im Jahr 2024. Die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bietet derweil seit letztem Jahr eine teilweise digitale Ausbildung für Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer an. Die Theorieteile werden hierbei online absolviert.
DLRG: Wetter verhinderte höhere Opferzahlen
„Wäre es in der folgenden Hauptferienzeit weiterhin so sonnig und heiß geblieben, hätten wir wohl erneut einen Anstieg der Opferzahl vermelden müssen“, sagte die Präsidentin der DLRG, Ute Vogt, bei der Vorstellung der Einsatzzahlen für 2025. Denn insbesondere bei herrlichem Sommerwetter steige die Zahl der Unfälle sprunghaft an. Trauriger Höhepunkt: An einem Wochenende im Juni kamen 15 Menschen beim Baden und Schwimmen ums Leben.
Über die Hälfte (56 Prozent) der tödlichen Unfälle ereignete sich während der Badesaison von Anfang Mai bis Ende August 2025. Im sonnigen Juni zählte die DLRG 69 Todesopfer, 17 Personen mehr als im Vorjahresmonat. Nach anfänglicher Hitze ging die Zahl der Unglücke im niederschlagsreichen Juli zurück. Dennoch verloren 52 Menschen ihr Leben im Wasser (2024: 66). Im August ertranken 65 Kinder, Jugendliche und Erwachsene (2024: 80). In den Herbst- und Wintermonaten kamen insgesamt weniger Menschen zu Tode.
Anzahl junger Opfer gestiegen
Die meisten Opfer in der DLRG-Statistik für das Jahr 2025 waren älter als 60 Jahre: 138 Personen entsprechen 42 Prozent der Opfer bekannten Alters (Vorjahr: 171 Fälle bzw. 48 Prozent). Einen Anstieg um jeweils elf Todesfälle im Vergleich zu 2024 gab es hingegen unter den 11- bis 20-Jährigen sowie den 21- bis 30-Jährigen. „Nur eine Person unter den 73 Opfern in diesen Altersklassen war weiblich“, sagte die DLRG-Präsidentin. „Gerade unter männlichen Jugendlichen und jungen Männern sind Übermut und Selbstüberschätzung leider weit verbreitet und ebenso wie der Konsum von Alkohol mitursächlich für tragische Unfälle.“ Unter allen Todesopfern bekannten Geschlechts waren 82 Prozent männlich.
Weiterhin ereigneten sich 88 Prozent der tödlichen Unfälle in öffentlich zugänglichen Gewässern im Binnenland. „Flüsse, Seen und allgemein unbewachte Gewässer sollten möglichst gemieden werden“, warnt die DLRG-Präsidentin. „Am sichersten ist das Baden und Schwimmen dort, wo Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer im Notfall direkt vor Ort sind.“
Neues E-Learning-Modul der DRK-Wasserwacht
Um für derartige Aufgaben ausreichend qualifizierte Helferinnen und Helfer zur Verfügung zu haben, startete die DRK-Wasserwacht im letzten Jahr ihr Projekt „eLearning Rettungsschwimmen“.
„Mit dem neuen E-Learning-Modul Rettungsschwimmen der Wasserwacht des DRK bereitest du dich jederzeit und kostenfrei auf die theoretische Prüfung für das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen vor. Interaktiv, verständlich und inklusiv – genau so, wie modernes Lernen sein sollte!“, heißt es auf der Webseite der Organisation.
Interessierte absolvieren zu Hause den E-Learning-Kurs, erhalten am Ende einen Lernnachweis, mit dem sie sich dann wiederum für die – ebenfalls online – Theorieprüfung anmelden. Ist die geschafft, geht es zur praktischen Prüfung. Erst an diesem Punkt der Ausbildung setzt man bei einer Wasserwacht vor Ort klassisch-analog den Schlusspunkt.
Das könnte dich auch interessieren