(Bild: Deutsche Messe AG)Hannover (lse) – Im Zeichen weltweiter Krisen und Spannungen wird am kommenden Montag in Hannover die INTERSCHUTZ 2026 (01. bis 06. Juni) eröffnet. Mit 1.750 Ausstellern aus 55 Ländern verspricht die internationale Weltleitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz unter dem Motto „Safeguarding tomorrow“ (Die Zukunft schützen) die größte INTERSCHUTZ ihrer Geschichte zu werden. Auch die Ausstellungsfläche in neun Hallen und auf den diversen Freigelände-Arealen übertrifft mit mehr als 118.000 Quadratmetern alle bisherigen Rekorde. Thilo Horstmann, Projektleiter INTERSCHUTZ, Deutsche Messe AG, erläutert, was die Großveranstaltung für Mitarbeitende des Rettungsdienstes und der Hilfsorganisationen zu bieten hat.
Die INTERSCHUTZ hat in den vergangenen Jahren ihr Gesicht deutlich verändert. Aus einer reinen Feuerwehrmesse ist eine Veranstaltung für alle Einsatzkräfte geworden. Was sind die wesentlichen Veränderungen?
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Thilo Horstmann (Bild: Deutsche Messe AG)
Thilo Horstmann: Wir rücken den Schutz der Menschen in Krisenlagen unterschiedlicher Art in den Vordergrund. Die Aussteller verstehen sich heute als Systemlöser in einer Welt, die resilienter werden muss. Dazu gehöre insbesondere eine verstärkte Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ). Mehr denn je sei die INTERSCHUTZ damit auch eine politische Messe geworden. In einer Welt im Wandel präsentieren Aussteller Innovationen für die ‚Zeitenwende‘ im Bevölkerungsschutz. Die Branche hat die Antworten auf die technologischen Fragen unserer Zeit und gestaltet aktiv das Morgen der Einsatzkräfte weltweit. Künstliche Intelligenz (KI), Robotik und totale Vernetzung sind auch auf der INTERSCHUTZ längst keine Zukunftsmusik mehr. Führende Vertreter aus Forschung und Industrie werden demonstrieren, wie mithilfe intelligenter Technologien Einsätze effizienter bewältigt werden können – und welche Grenzen es gibt. Breiten Raum wird auch das Thema „Klimawandel“ mit seinen Auswirkungen auf Feuerwehren, Rettungsdienste, Katastrophen- und Bevölkerungsschutz einnehmen. Ebenso gehört Nachhaltigkeit zu den Fokusthemen – sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht.
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In Halle 17, auch Bevölkerungsschutzhalle genannt, wird das INTERSCHUTZ Forum stattfinden. Was erwartet die Besucherinnen und Besucher dort? Thilo Horstmann: Während der sechs Messetage sprechen rund 100 Expertinnen und Experten zu unterschiedlichen Themen aus der Branche für die Branche. Mit dabei sind Anbieter, Anwender, Wissenschaft und Politik, sowie INTERSCHUTZ-Partner, die die aktuellen Themen der Branche präsentieren und mit dem Publikum über die Herausforderungen, Chancen, Lösungen und technologische Innovationen von heute und morgen diskutieren. Alle Beiträge sind entlang der INTERSCHUTZ-Fokusthemen ausgerichtet: Auswirkungen des Klimawandels, Zeitenwende im Bevölkerungsschutz, Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz in Leitstellen, Lagezentren und am Einsatzort.
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Welche Themen sind zum Beispiel geplant? Thilo Horstmann: Am Montagvormittag spricht das Deutsche Rote Kreuz zu „Innovativer Stromversorgung im Einsatz – Kosten senken und Redundanzen schaffen“. Mittwochnachmittag präsentiert sich anlässlich des Partnerlandtags Italien mit unterschiedlichen Beiträgen aus dem italienischen Zivilschutz. Mit dabei ist beispielsweise der Malteserorden oder auch der Präsident des Italienischen Roten Kreuzes. Freitagvormittag präsentiert die Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin den „Startschuss für das MANV-Register. Aus Einsätzen lernen. Zukunft sichern.“ Nachmittags schließt sich der Bundesverband der DLRG an und stellt rund um das Hochwasserausbildungszentrum die „Notwendigkeit und Machbarkeitsstudie“ vor. Ein besonderes Highlight: Jeden Tag präsentiert Oberst im Generalstabsdienst Armin Schaus, Abteilungsleiter J9 – ZMZ (Zivil-Militärische Zusammenarbeit), Bundeswehr, den OPLAN Deutschland. Ein Highlight: Am Messe-Donnerstag spricht Generalleutnant André Johannes Bodemann zum Thema. Bodemann ist Stellvertreter des Befehlshabers des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr und Kommandeur Territoriale Aufgaben.
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Ein wichtiges Thema der INTERSCHUTZ 2026 wird auch die “Leitstelle von morgen” sein. Was planen Sie zu diesem Thema? Thilo Horstmann: Integrierte Leitstellen für Feuerwehr, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz sehen sich mit immer komplexeren Aufgaben konfrontiert, die weit über das klassische Alarmieren von Einsatzkräften hinausreichen. Wir werden auf der INTERSCHUTZ 2026 zeigen, wie sich Leitstellen technologisch und organisatorisch weiterentwickeln. Kommunikations- und Leitstellentechnik gehört deshalb zu den Schwerpunktthemen der Weltleitmesse. Eine große Rolle spielt dabei die Einbindung von Künstlicher Intelligenz (KI). Moderne Leitstellen müssen große Informationsmengen in Echtzeit bewerten, unterschiedliche Akteure koordinieren und dabei auch mit technischen Störungen, Personalmangel und steigenden Erwartungen der Bevölkerung umgehen. Auf dem Smart Public Safety Hub in Halle 16 zeigen innovative Partner aus dem öffentlichen Sektor anhand intelligenter Systeme und unter Einsatz modernster Technologien, wie in fünf Minuten ein gemeinsames Lagebild entsteht. Zukunftstechnologien sollen zudem Disponentinnen und Disponenten entlasten, nicht ersetzen. Ergonomische Arbeitsplätze, intelligente Benutzeroberflächen und digitale Assistenzsysteme tragen dazu bei, Stress zu reduzieren und die Entscheidungsqualität zu erhöhen.
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(Bild: Deutsche Messe AG)Das Motto der INTERSCHUTZ 2026 lautet “Safeguarding tomorrow: Zukunft schützen”. Das klingt allumfassend, aber wenig konkret. Wie setzen Sie Ihr Motto um? Thilo Horstmann: Als Weltleitmesse werden wir ein Thema stärker als je zuvor in den Mittelpunkt stellen: den modernen Bevölkerungsschutz. Das Thema ist neben Feuerwehr und Rettungsdienst zu einem weiteren großen Standbein geworden. Verstärkt thematisiert wird dabei auch die Kooperation zwischen zivilen Hilfsorganisationen und dem Militär. Aussteller aus aller Welt zeigen Produkte, Systeme und Dienstleistungen – von Prävention über den Schutz kritischer Infrastrukturen bis hin zur schnellen Einsatzbereitschaft im Krisenfall. Neben Gesundheitskrisen und dem Ausfall kritischer Infrastrukturen behandelt der Bevölkerungsschutz unter anderem auch Großunfälle sowie chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren. Ein besonderes Ausstellungs-Highlight zum Bevölkerungsschutz und zur internationalen Katastrophenhilfe erwartet die Besucherinnen und Besucher in Halle 23. Dort baut das Deutsche Rote Kreuz erstmals ein komplettes mobiles Krankenhaus mit 20 Zelten auf einer Fläche von 3.000 Quadratmetern auf – ein System, das bereits bei Erdbeben-Einsätzen im Ausland wertvolle Hilfe geleistet hat. Auch andere große Hilfsorganisationen, darunter das THW, Rettungshundestaffeln und spezialisierte Drohneneinheiten, geben in den Hallen sowie auf dem Freigelände umfassende Einblicke in ihre Arbeit.
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Abgesehen von dem rein fachlichen Aspekt bietet die INTERSCHUTZ traditionell auch immer ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm, das bei Besucherinnen und Besuchern sehr beliebt ist. Auf was darf man sich hier freuen? Thilo Horstmann: Wie immer steht auch Sportliches auf dem Programm: So messen sich beispielsweise bei den FireFit European Championships Feuerwehrfrauen und -männer aus der ganzen Welt. Actionreich wird es bei der dritten Ausgabe der HOLMATRO Rescue Challenge. Teams aus aller Welt treten während der INTERSCHUTZ gegeneinander an, um einen eingeklemmten Patienten mit modernsten Rettungsgeräten innerhalb von 20 Minuten aus einem Fahrzeug zu befreien. Eine Premiere auf der INTERSCHUTZ 2026 ist der Höhenretter-Pavillon. Der Name ist Programm – im Pavillon 34 unter dem EXPO-Dach dreht sich an allen sechs Messetagen alles ausschließlich um das Thema Höhenrettung. Am Samstag, 6. Juni 2026, findet dort der nationale Leistungsvergleich der deutschen Höhenretter statt. Aktionsgeladen wird es mit der S-GARD SAFETYTOUR. Sie läuft während der INTERSCHUTZ an allen sechs Messetagen und bietet sämtlichen Einsatzkräften unter realistischen Bedingungen die Gelegenheit, ihre Fähigkeiten in praxisnahen Team-Trainings zu verbessern. Eine weitere Mitmachaktion sind die LUKAS CRASH DAYS auf der INTERSCHUTZ – ebenfalls auf dem Freigelände. Sie sind ein medizinisch-technisches Hochleistungs-Hilfetraining für erfahrene Rettungskräfte und binden moderne Rettungstechniken in ihr Programm ein.