Interschutz 2026: Veranstalter ziehen positives Fazit
(Bild: Deutsche Messe AG)Hannover (DM AG) – Die Veranstalter der Interschutz 2026 ziehen nach Abschluss der Messe ein positives Fazit. Mit rund 140.000 Besuchern aus 144 Ländern hätte die einwöchige Veranstaltung die Botschaft gesendet: Sicherheit und Resilienz unserer Gesellschaft gehören zu den prägenden Themen der Gegenwart.
„Unsere Kunden haben im Vorfeld die klare Erwartung formuliert, den Anteil internationaler Besucher auf der Interschutz zu steigern. Das ist uns gelungen. Im Vergleich zu 2015 hat sich der Anteil der internationalen Besucher von 13 auf 24 Prozent nahezu verdoppelt“, sagte Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Messe AG. Mit der Entscheidung, den Bevölkerungsschutz thematisch in den Mittelpunkt der Messe zu rücken, habe man früh die richtigen Weichen für den Erfolg der Veranstaltung gestellt.
Deutlicher als zuvor sei diesmal die engere zivil-militärische Zusammenarbeit (ZMZ) sichtbar gewesen, heißt es in einer ersten Bilanz der Messegesellschaft. So stieß der tägliche Auftritt von Oberst i. G. Armin Schaus, der als Abteilungsleiter im Operativen Führungskommando der Bundeswehr den „Operationsplan Deutschland“ vorstellte, auf viel Aufmerksamkeit.
In neun Hallen und auf dem Freigelände waren darüber hinaus zwei zukunftsweisende Megatrends zu erkennen: fortschreitende Digitalisierung und flächendeckender Einzug Künstlicher Intelligenz (KI) in die Rettungsinfrastruktur. Ein Beispiel dafür gab die Leitstellentechnik. Aussteller präsentierten Systeme, die in der Lage sind, Notrufe in Sekundenschnelle sprachübergreifend zu analysieren, kritische Lagebilder automatisiert zu erstellen und Einsatzkräfte präzise zu koordinieren.
Neben Einsatzfahrzeugen aller Art und Ausrüstung für unterschiedliche Einsatzzwecke zog auf einer Fläche von 3.000 Quadratmetern ein mobiles Feldkrankenhaus des Deutschen Roten Kreuzes die Besucher an.
Überschattet wurde die Interschutz von einem Todesfall, der sich im Rahmen der FireFit Championships Europe ereignete. Ein Teilnehmer kollabierte während des Wettbewerbs. Seine anschließende Reanimation verlief erfolglos. „Die gesamte Interschutz-Gemeinschaft nimmt Anteil an diesem schweren Verlust“, heißt es in einer Mitteilung der Messegesellschaft.
Die nächste Interschutz ist für den 20. – 25. Mai 2030 geplant.
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Aus diversen Podiumsdiskussionen mit staatlichen Repräsentanten aus Bund-Land und Kommune wurde leider ein immer noch nicht angemessen „geklärte“ Umsetzungsvorgabe erkennbar. Was soll in einer sinnvollen Kombination von länderzuständigem Katastrophenschutz und bundeszuständigem Zivilschutz (=Bevölkerungsschutz) denn etwas konkretisierter von welcher föderalen Ebene oder dort jeweils zuständigen sowie dazu vorbereiteten Institutionen „abgedeckt“ werden.
Nach bisher rein plakativen ZS-Hoffnungen und inzwischen (noch immer zu oberflächlich artikulierten) KatS-Erwartungen wären jetzt verbindliche Erledigungseckpunkte; oder noch besser eine themenspezifisch nachvollziehbar abgesteckte Realisierungsplanung zur Aufgabenintegration sämtlicher involvierter Hilfspotentiale erforderlich. Manche sprechen diesbezüglich von einem anzustrebenden “Operationsplan Zivilschutz” (mit bundesweit vereinheitlichter Ausrichtung; vgl. Bundeswehransatz).
Wesentliche Aspekte wäre hier u.a. die Betreuung und soziale sowie medizinische Versorgung größerer Bevölkerungsgruppen in Krisenszenarien, naturgemäß über längere (Wochen und Monate!) Zeiträume! Aber auch hinsichtlich einer tatsächlich noch gewährleisteten Mindestversorgung bei der öffentlichen Gesundheitsvorsorge, wenn beispielsweise wesentliche Teile der Infrastruktur (Verkehrswege, Arztpraxen, Kliniken) oder essentielle Lieferketten (zusätzliche Arzneimittelvorräte, Sanitätsmaterial. Reserveverpflegung) unterbrochen oder sogar nachhaltig beschädigt wurden. Nicht alle Operationen lassen unendlich lange verschieden!
Und natürlich zusätzlich ausgebildete und ausgerüstete Personalreserven (vgl. früheres ehrenamtliche Schwesternhelferinnenpotential für damals noch angedachte „Hilfskrankenhäuser“) für „erweitert“ anfallende leicht-, mitel-, und schwerstverletzte Patienten in nicht unbeträchtlicher Anzahl (ggf. auch pro Tag!). Der Rettungsdienst agiert in immer mehr Regionen personell am Limit. Schon eine jederzeit punktuell mögliche MANV-Lage wird lokal nicht nur wegen viel zu oft nur noch personell begrenzter Reserven mindestens zu zeitlich deutlichen „Bewältigungsverzögerungen“ führen. Wobei heutige stationäre Notfallaufnahmekapazitäten eher zurückgefahren (Gesundheitsreform) und Krankenhäuser in der Fläche geschlossen werden sollen. Nicht alles lässt sich zudem medizinisch ressourcenschonend ambulant abwickeln.
Zu solchen essentiellen Vorabstimmungen wurde auf der Interschutz aus Richtung staatlicher Exekutive weiterhin geschwiegen. Die mehr oder weniger völlig überschuldeten Kommunen (Gemeinden und Kreise) haben schon nicht mehr genug Steuereinnahmen, um beispielsweise ihre Pflichtaufgabe zur lokale Gefahrenabwehr bzw. Feuerwehr angemessen auszustatten.
Der immer noch praktizierte Zuständigkeitsstreit zwischen eigentlich zwingenden KatS-Notwendigkeiten, sowie erweiterten (nicht substituierenden) ZS-Vorbereitungen zwischen Bund- und Ländern, „vernebeln“ das eigentlich bewiesene Staatsversagen (vgl. parlamentarische Hochwasserabschlussberichte 2021 für RLP und NRW), das schon die KatS-Krisenprävention, und erst recht eine ad-hoc-Krisenbewältigung, nicht halbwegs belastbar gegeben war und leider, leider immer noch ist.
Der Bund sollte sich inhaltlich nicht von den Ländern auf der Nase tanzen lassen, wofür (möglichst vereinheitlicht) die postulierten 10 (!) ZS-Milliarden bis 2029 auch wirklich zielführend ausgegeben werden! Sinnvolle Dual-Use-Ansätze entbinden die Länder nicht von der Verpflichtung, eine eigenständig praktizierbare KatS-Krisenbewältigung (Patiententransport, Hilfsunterbringungen in dazu vorbereitet Liegenschaften, medizinisch ambulante und stationäre Gesundheitsminimalvorsorge, usw.) vorzuhalten.
Es ist doch einleuchtend, dass die mehrfach veröffentlichte „Unterstützungserwartung“ der Bundeswehr (nicht nur OPLA-D) schon im Rahmen eines „Host Nation Support“, d.h. ohne eigene unmittelbare Einbindung in militärische NATO-Aktivitäten, sämtliche (hoffentlich dazu vorbreitete ) Hilfs- und Unterstützungspotentiale in 16 zumeist unterschiedlich agierende Bundesländer extrem herausfordern würde.