Interschutz spiegelt Zeitenwende im Bevölkerungsschutz wider
(Bild: Deutsche Messe AG)Hannover (DMAG) – Unter dem Motto „Safeguarding tomorrow“ (zu Deutsch: die Zukunft schützen) werden Anfang Juni dieses Jahres 1.525 Aussteller aus 51 Nationen anlässlich der Interschutz in Hannover ihre Produkte und Dienstleistungen auf 112.463 Quadratmeter Ausstellungsfläche präsentieren. Die Verantwortlichen informierten heute (03.03.2026) über den aktuellen Stand der Planungen.
Wenige Monate vor Beginn der Veranstaltung für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz (1. bis 6. Juni 2026) wiesen die Veranstalter auf die wachsenden Herausforderungen für Einsatzkräfte in aller Welt hin. Zugleich wird die sechstägige Veranstaltung ein Schlaglicht auf die sogenannte „Zeitenwende im Bevölkerungsschutz“ werfen.
„Sicherheit gemeinsam gewährleisten“
Das unterstrich auch Oberst im Generalstabsdienst Armin Schaus, Abteilungsleiter J9 (Zivil-Militärische-Zusammenarbeit), Operatives Führungskommando der Bundeswehr. „Unsere Sicherheit können wir nur gemeinsam gewährleisten. Hier müssen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft eng und resilient zusammenstehen. Nur als Einheit schützen wir, was uns wichtig ist: unsere Freiheit und unsere Demokratie.“
Ebenso wie Schaus wies der DRK-Vizepräsident Jürgen Christmann auf die veränderten Voraussetzungen hin. Das DRK werde in Halle 23 erstmals ein großes, mobiles Krankenhaus präsentieren. „Aktuelle und geopolitische Bedrohungslagen machen deutlich: Wir müssen jetzt konsequent in Vorsorge, Selbsthilfefähigkeit und die Resilienz der Bevölkerung investieren. Verzögerungen können wir uns nicht leisten. Als Auxiliar der deutschen Behörden im humanitären Bereich und größte Hilfsorganisation Deutschlands tragen wir eine besondere Verantwortung im Bevölkerungsschutz. Gleichzeitig sind wir ein einsatzerfahrener Akteur der internationalen humanitären Hilfe“, sagte Jürgen Christmann.
„Zeitenwende zeigt sich im Alltag der Einsatzkräfte“
„Die Zeitenwende endet nicht an Staats- und Landesgrenzen – sie zeigt sich im Alltag der Einsatzkräfte“, betonte Dr. Jochen Köckler, CEO der Deutschen Messe AG. „Geopolitischen Spannungen, Klimawandel, Krisen, Katastrophen und hybriden Bedrohungen kann nur gemeinsam wirksam begegnet werden. Nur integrierte Systeme aus Feuerwehr, Rettungsdienst, Zivil- und Katastrophenschutz sind handlungsfähig.“
Als einen wichtigen Schwerpunkt auf der Interschutz nannte Dr. Köckler die Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ). „Damit wird sie mehr denn je auch eine politische Messe“, so Dr. Köckler. Die Zivil-Militärische Zusammenarbeit im Bevölkerungsschutz sei nicht mehr auf ad-hoc-Unterstützung bei Katastrophen beschränkt, sondern werde vielmehr zu einem strategisch eingebetteten, dauerhaften und institutionell verankerten Element der nationalen und europäischen Sicherheitspolitik.
Die Interschutz 2026 mache zudem deutlich, dass dabei die Künstliche Intelligenz (KI) eine immer wichtigere Rolle spiele. „Künstliche Intelligenz verändert den Einsatz – nicht als Ersatz für Menschen, sondern als Verstärker ihrer Fähigkeiten. Im Ernstfall kann KI auch die Retter selbst schützen“, sagte Dr. Köckler. Sie könne Geschwindigkeit, Präzision und Sicherheit erhöhen. Entscheidend sei, wie verantwortungsvoll die KI eingesetzt werde.
Das könnte dich auch interessieren