Grenzen überwinden, Zusammenarbeit stärken

(Bild: FotoDax/Shutterstock)Berlin/Linz (lse) – Grenzüberschreitende Notfallversorgung braucht mehr als gute Absichten: Mit der Fachkonferenz CROSS-EMS und der Gründung der European Federation of Emergency Medical Technicians Associations (EUFEA) gibt es zwei neue Impulse, um die Zusammenarbeit im europäischen Rettungswesen zu verbessern.

Ein medizinischer Notfall sollte nicht an einer Staatsgrenze scheitern. Dennoch können unterschiedliche Rettungsdienststrukturen, Zuständigkeiten, Alarmierungsverfahren und technische Voraussetzungen die Zusammenarbeit zwischen benachbarten Ländern erschweren. Hinzu kommen Sprachbarrieren und bürokratische Hürden.

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Von der Diskussion zu konkreten Empfehlungen

Am 30. Oktober 2026 fand in Berlin der Fachkongress CROSS-EMS statt. Die von der Universitätsmedizin Greifswald veranstaltete Konferenz widmete sich der praktischen Umsetzung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Rettungswesen.

Rund 150 Fachleute aus verschiedenen europäischen Ländern kamen zusammen. Vertreten waren unter anderem Frankreich, Polen, Dänemark und Tschechien sowie die deutschen Bundesländer mit Außengrenzen. Beteiligt waren Fachkräfte aus Rettungsdiensten, kommunalen Verwaltungen, der Notfallmedizin, Didaktik und Sprachwissenschaft.

Im Mittelpunkt stand nicht allein die Analyse bestehender Schwierigkeiten. Vielmehr sollten bereits erprobte Lösungsansätze identifiziert, bewertet und für andere Grenzregionen nutzbar gemacht werden. Das erklärte Ziel: konkrete Handlungsempfehlungen erarbeiten, die anschließend in die Praxis übertragen werden können. Ein strukturierter Ergebnisbericht soll bewährte Lösungen dokumentieren und aufzeigen, wie diese unter realen Einsatzbedingungen zuverlässig, effizient und dauerhaft funktionieren können. Inhaltlich konzentrierte sich CROSS-EMS auf operative Kooperationsmodelle, Kommunikation und Alarmierung sowie technische und organisatorische Interoperabilität.

Die Universitätsmedizin Greifswald konnte Erfahrungen aus ihrer langjährigen Arbeit im deutsch-polnischen Grenzgebiet einbringen.

EUFEA: gemeinsame Stimme für Europas Rettungskräfte

Die kürzlich nei gegründete European Federation of Emergency Medical Technicians Associations (EUFEA) versteht sich als europäischer Dachverband nationaler Verbände von Rettungsfachpersonal und Organisationen aus dem Bereich der präklinischen Notfallversorgung. Der als gemeinnütziger Verein registrierte Zusammenschluss möchte eine gemeinsame berufliche Heimat für Europas Emergency Medical Technicians (EMT) schaffen und die Vernetzung der nationalen Interessenvertretungen stärken.

Gegründet wurde die Organisation von Clemens Kaltenberger vom österreichischen BVRD.at, Frank Flake vom Deutschen Berufsverband Rettungsdienst (DBRD) und Igor Crnic aus Slowenien.

Die Zielsetzungen der EUFEA gehen dabei deutlich über den reinen fachlichen Austausch hinaus. Als Handlungsfelder werden für die künftige Arbeit Professionalisierung und Qualitätsstandards, europäische Zusammenarbeit, berufspolitische Interessenvertretung, Stärkung des Berufsbildes, Forschung und Qualitätssicherung sowie Innovation genannt.

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