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Luxemburg (rd_de) Das luxemburgische Luftrettungsunternehmen „Luxembourg Air Rescue” (LAR) hat vor wenigen Tagen eine schwer verletzte Britin von Ascension nach London transportiert. Der über 7.000 Kilometer weite Ambulanzflug wurde erforderlich, nachdem die Frau beim Schwimmen von einem Hai angegriffen worden war.

Der Hai fügte der Frau Verletzungen an einem Bein zu. Da die medizinische Infrastruktur auf der britischen Atlantikinsel begrenzt ist, musste die Patientin umgehend nach London in eine Klinik geflogen werden. „Luxembourg Air Rescue” erhielt den Auftrag, den Transport durchzuführen.

In der LAR-Alarmzentrale bereitete man unverzüglich die Rückholung der Patientin vor. So plante die Mitarbeiter unter anderem die Flugroute und holten die Überflug- sowie Landgenehmigungen für Tankzwischenstopps ein. Denn von Luxemburg bis zur 7.080 km entfernten kleinen tropischen Insel im Südatlantik waren zwei Tankzwischenlandungen notwendig: einmal in Agadir und anschließend nochmals in der liberischen Hauptstadt Monrovia.

Für den Rückflug von Ascension nach London musste ebenfalls zweimal zwischengelandet werden: in der guineischen Hauptstadt Conakry und erneut in Agadir.

Mittwoch (26.04.2017) wurde die Patientin von einem LAR-Notarzt und einem LAR-Intensivkrankenpfleger im Krankenhaus auf Ascension abgeholt. Anschließend erfolgte mit einem medizinisch voll ausgestatteten LearJet der „Luxembourg Air Rescue” der Flug nach London. Unterwegs versorgten die Rettungskräfte die Britin und betreuten sie bis zu ihrer Ankunft im Zielkrankenhaus.

(28.04.2017; Foto: LAR)

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Plettenberg (ots) Eine Mitarbeiterin eines Industriebetriebs in Plettenberg (Märkischer Kreis) wurde am Donnerstag (27.04.2017) schwer verletzt. 

Der Frau fiel ein rund 500 Kilogramm schweres Werkzeug auf den Unterschenkel. Ihre Kollegen setzten einen Notruf ab und befreiten sie von dem Gerät.

Die Rettungsleitstelle des Märkischen Kreises alarmierte einen Rettungswagen der Feuerwehr Plettenberg. Da der zuständige Notarzt bereits in einem anderen Einsatz gebunden war, wurde der Rettungshubschrauber „Christoph 25“ aus Siegen angefordert. Zur Erkundung und Absicherung der Landestelle alarmierte der Disponent zwei Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr.

Nachdem die Erstversorgung abgeschlossen war, flog „Christoph 25“ die Verletzte in eine Spezialklinik nach Bochum.

(28.04.2017; Foto: Feuerwehr Plettenberg)

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Schädel Hirn TraumaBremen (rd_de) Mit Patienten, die ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben, wird der Rettungsdienst oft konfrontiert. Da das Spektrum der möglichen Verletzungen und deren Schweregrade sehr breit ist, sollten sich Rettungskräfte intensiv auf diese Notfallsituation vorbereiten. Im neuen Rettungs-Magazin ist das Schädel-Hirn-Trauma daher eines der Top-Themen.

Im Porträt: Polizeihubschrauberstaffel Bayern

Ein weiteres Thema ist die Polizeihubschrauberstaffel Bayern. Sie ist bundesweit etwas Besonderes. Ihre Maschinen verfügen zum Teil über eine umfangreiche notfallmedizinische Ausrüstung. Deshalb kommen die „Edelweiß”-Hubschrauber regelmäßig in der Notfallrettung oder im Katastrophenschutz zum Einsatz. Im neuen Rettungs-Magazin stellen wir die Polizeihubschrauberstaffel Bayern vor.

Gewalt gegen Polizei und Rettungsdienst: Deeskalations-Taktik

Gewalt gegen Polizei und Rettungsdienst ist seit einiger Zeit ein Thema, das auch die Öffentlichkeit beschäftigt. Rettungskräfte diskutieren indes darüber, wie sie sich in kritischen Situationen verhalten sollten. Fachleute raten zur Deeskalation. Im neuen Rettungs-Magazin lesen Sie, wie das in der Praxis gelingen kann.

Johanniter-Unfall-Hilfe: Betreuungsplatz 200

Die Johanniter-Unfall-Hilfe hat ein neues Konzept für den Betreuungsdienst entwickelt: den Betreuungsplatz 200. Er ist für Menschen gedacht, die kurz- oder längerfristig ihre Wohnung oder Heimat verlassen und betreut werden müssen. Wie der neue Betreuungsplatz 200 im Detail funktioniert, erklären wir im neuen Rettungs-Magazin.

Rettungs-Magazin, Ausgabe 3/2017 jetzt am Kiosk oder jederzeit versandkostenfrei in unserem Rettungsdienst-Online-Shop beziehen.

Natürlich können Sie das Rettungs-Magazin auch kostenlos testen oder die aktuelle Ausgabe bequem als digitales E-Paper herunterladen.

(28.04.2017; Symbolfoto: Markus Brändli)

Bremen (rd_de) Wer im Internet nach „Rettungsdienst Schweiz” sucht, um herauszufinden, wie das dortige System strukturiert ist, dürfte frustriert aufgeben. Schon bei flüchtiger Betrachtung wird schnell deutlich, dass die Organisation des Rettungswesens in der Alpen-Republik heterogen, unübersichtlich und für Außenstehende vermutlich chaotisch anmutet. Wie soll sich da ein Rettungsdienst-Mitarbeiter aus Deutschland, der in der Schweiz einen Job sucht, zurechtfinden?

Die Strukturen, Kompetenzen und Vorgehensweisen unterscheiden sich nicht nur zwischen den einzelnen Kantonen, sondern von Rettungsdienst zu Rettungsdienst. Oftmals wird behauptet, die einzige Gemeinsamkeit sei die Notrufnummer 144.

Die Durchführung des Rettungsdienstes in der Schweiz obliegt den Gemeinden oder Kantonen. Jedoch besitzen lediglich 75 Prozent der Kantone überhaupt ein gesetzliches Grundgerüst für den Rettungsdienst. Diese sind im Vergleich zu Deutschland nur sehr kurz gefasst. Durch Gemeinden, Bezirke oder Kantone wird der Rettungsdienst direkt durchgeführt oder ein Vertragspartner beauftragt. In vielen Fällen handelt es sich hierbei um Regional- oder Kantonsspitäler.

„Rettungsdienst Schweiz” für Job-Sucher

Wie in Deutschland beginnt alles mit der Stellensuche. Vakante Posten werden auf den Internetseiten der rund 120 Rettungsdienste sowie in Stellenbörsen und Fachzeitschriften veröffentlicht. Der allgemeine Personalmangel im Gesundheitswesen hat einzelne Rettungsdienste in der Schweiz bereits zum Einsatz von Headhuntern gezwungen.

Auf die üblichen Formulierungen in Annoncen ist zu achten: Wird ein „dipl. Rettungssanitäter HF” gesucht, spricht nichts dagegen, sich als Rettungsassistent/Notfallsanitäter zu bewerben. Deutsche Rettungssanitäter haben hingegen keine Aussichten auf Erfolg. Der Hinweis, dass bei einem ausländischen Berufsabschluss die schweizerische Anerkennung „zwingend” verlangt wird, sollte beachtet werden. Initiativbewerbungen sind grundsätzlich möglich.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Besonderheiten, die ein deutscher Rettungsdienst-Mitarbeiter kennen muss, sollte er sich auf das Abenteuer „Rettungsdienst Schweiz” einlassen wollen. Alles Wichtige über:

• Stellensuche
• Bewerbung
• Vorstellungsgespräch
• Sitten und Gepflogenheiten
• Arbeitsgenehmigung
• Probezeit und
• Anerkennung von deutschen/internationalen Diplomen

erfahren Sie in unserem eDossier „Rettungsdienst Schweiz: Was Job-Sucher wissen müssen”. Gleich hier herunterladen!

(Text und Foto: Stefan Friedberg, dipl. Rettungssanitäter HF und Dozent im Rettungsdienst. Er arbeitet vorwiegend für den Kanton Freiburg und ist ebenfalls für verschiedene medizinische Leistungserbringer in der Stadt Bern tätig; zuletzt aktualisiert: 27.04.2017)

eDossier „Rettungsdienst Schweiz: Was Job-Sucher wissen müssen”
• Umfang: 14 Seiten
• Dateigröße: ca. 2,9 MB/PDF-Format
• Beiträge aus Rettungs-Magazin 2/2015 und 5/2015

Die „Laboe“ pendelt zwischen Kiel und Laboe in der Kieler Förde. Am Mittwochmorgen rammt sie eine Dalbenreihe mit Steg. Foto: pixabay/m5tef

Kiel (ots) – Eine Fördefähre hat am Mittwochmorgen (26.04.2017) in Kiel eine Reihe von Pfählen gerammt. Der Bootsführer und ein Besatzungsmitglied erlitten dabei Verletzungen.

Das Fahrgastschiff „Laboe“ fuhr vom Bahnhofsanleger in Kiel in Richtung Ostseebad Laboe. Dabei erlitt der Bootsführer gesundheitliche Probleme, sodass er nicht mehr in der Lage war, das Schiff zu kontrollieren. Die „Laboe“ kollidierte daraufhin mit Pfählen so genannten Dalben , die nördlich des Ostseekais in Kiel befestigt sind.

Neben dem Bootsführer verletzte sich ein Besatzungsmitglied bei dem Zusammenstoß leicht.

Unter den neun Fahrgästen befanden sich zwei Krankenschwestern, die Erste Hilfe leisteten und einen Notruf absetzten. Nachdem die Fähre am Ufer festgemacht hatte, übernahm die Besatzung von zwei Rettungswagen die weitere Versorgung. Die Einsatzkräfte brachten die Verletzten später in ein Krankenhaus.

An der Fähre und am Steg entstand leichter Schaden. Die „Laboe“ wird auf der Förde zwischen Kiel und Laboe im öffentlichen Personenverkehr eingesetzt.

(27.04.2017; Symbolfoto: pixabay/m5tef)

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ReanimationsregisterNürnberg (DGAI) Zehn Jahre nach seinem Start sind im Deutschen Reanimationsregister über 110.000 Datensätze von außer- und innerklinisch reanimierten Patienten erfasst. „Das Register hat sich damit als ein für die Patientenversorgung enorm wichtiges Wissensinstrument bewährt”, stellt Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Vertreter der Notfallmedizin im DGAI-Präsidium, fest.

Das Deutsche Reanimationsregister German Resuscitation Registry ist eine standortübergreifende Datenbank für die anonymisierte Erfassung und Auswertung von Reanimationsmaßnahmen sowie von Notfallversorgungen in den Kliniken. Neben der Dokumentation der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität ermöglicht das Register einen nationalen Leistungsvergleich und ein Qualitätsmanagement.

Zunächst als Projektinitiative der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) im Jahr 2003 begonnen, wurde das Deutsche Reanimationsregister der DGAI offiziell 2007 im Rahmen des Deutschen Anästhesiecongresses in Hamburg gestartet.

Heute steht das Deutsche Reanimationsregister unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit und wird von weiteren Partnern unterstützt. Dies sind unter anderem die bundesweite Kampagne „Ein Leben retten 100 Pro Reanimation” und das European Registry of Cardiac Arrest.

Die Datenbank wird aktuell von 161 Rettungsdiensten und 135 Kliniken gespeist und repräsentiert damit eine versorgte Bevölkerung von 18 Millionen Einwohnern. Sie ist damit eine der größten Datenbanken für Wiederbelebung in Europa. Neben einem Instrument des lokalen Qualitätsmanagements ist das Register aber auch ein wichtiges Werkzeug in der Versorgungsforschung geworden. Die Datenbank bietet die Möglichkeit für wissenschaftliche Auswertungen und Studienbegleitung.

Laienreanimation von sehr hoher Bedeutung

Aktuelle Auswertungen der Registerdaten belegen, dass durch Laienreanimation bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand ein besseres Kurz- und Langzeitüberleben bei guter neurologischer Erholung erzielt werden kann. Da der Rettungsdienst selten innerhalb von acht Minuten beim Patienten sein kann, kommt der Laienreanimation eine sehr hohe Bedeutung zu. „Dies vor allem, weil 60 Prozent der Herz-Kreislauf-Stillstände zu Hause auftreten”, berichtet Professor Dr. Bernhard Zwißler, Präsident der DGAI.

Die Laienreanimation durch nicht professionelle Helfer ist das erste, entscheidende Glied der Rettungskette. Außerhalb eines Krankenhauses werden in Deutschland pro Jahr über 70.000 Fälle eines plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstands gezählt.

„Erfahrungen aus anderen Ländern wie Dänemark zeigen, dass die Laienreanimationsquote durch Informationskampagnen und Wiederbelebungsunterricht in Schulen innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt werden konnte. Ließe sich die Quote in Deutschland entsprechend steigern, dann könnten hierzulande pro Jahr 10.000 Menschen mehr überleben, dies sind mehr als es derzeit Verkehrstote pro Jahr gibt”, so Zwißler.

(27.04.2017; Symbolfoto: Markus Brändli)

Feuerwehr Witten

Einsatzkräfte der Feuerwehr streuen Bindemittel auf die Straße vor dem Betriebsgelände. Das Fettsäure-Glycerin-Gemisch trat aus dem Tank als Gas aus und legte sich über eine Strecke von 50 Metern auf der Straße nieder.

Witten (rd_de) Am Dienstag (25.04.17) tritt auf dem Betriebsgelände eines Fettsäureherstellers in Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis) Gas aus einem Tank. Mehrere Personen werden durch die Gaswolke verletzt.

Der Produkttank mit dem Fettsäure-Glycerin-Gemisch steht nahe einer Straße. Ein vorbeikommender Fahrradfahrer wird von der austretenden Gaswolke erfasst und erleidet Atemwegs- und Augenreizungen. Augenzeugen setzen einen Notruf ab. Die Feuerwehr Witten sowie der Rettungsdienst werden von der Leitstelle alarmiert.

Die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes treffen ein und übernehmen die Versorgung des 35-jährigen Radfahrers. Anschließend fahren sie ihn in ein Krankenhaus. Kräfte der Feuerwehr streuen Fahrbahn und Bürgersteige mit Bindemittel ab. Um die Reinigung der dort geparkten Fahrzeuge will sich die Firma selbst kümmern.

Im Nachgang meldet sich ein 17-Jähriger mit Augenreizungen bei der Kreisleitstelle. Zwei weitere Personen hatten Verletzungen erlitten und sich selbständig in eine Arztpraxis begeben.

(26.04.2017; Foto: Feuerwehr Witten)

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Rettungsmagazin Notfälle rund um den Darm, akutes AbdomenBremen (rd_de) Übelkeit und Erbrechen gehören zu den klassischen Symptomen, mit denen es der Rettungsdienst zu tun bekommt. Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und Vergiftungen können genauso wie ein Herzinfarkt oder Schädel-Hirn-Trauma die Auslöser sein. Für fast alle Ursachen gibt es ein spezielles Medikament gegen Übelkeit bzw. Erbrechen (Antiemetika).

Erbrechen ist eine komplexe, vom Brechzentrum gesteuerte, reflexartige Körperaktion, die zu einer umgekehrten Entleerung von Magen- oder Darminhalt führt. Das dem Erbrechen vorausgehende Gefühl nennt sich Brechreiz. Das Erbrechen kann ein Symptom vieler verschiedener Erkrankungen der unterschiedlichsten Organsysteme sein. Denn: Erbrechen ist ein Symptom und keine Diagnose.

Besteht nach dem Erbrechen weiterhin Unwohlsein bzw. erbricht der Patient fortwährend, kann ein Medikament gegen Übelkeit Abhilfe schaffen. Zu unterscheiden sind Medikamente, die ihre antiemetische Wirkung als Hauptindikation oder als begleitenden Effekt („Nebeneffekt”) besitzen.

Welches Medikament gegen Übelkeit und Erbrechen hilft, erfahren Sie in unserem eDossier „Rettungsdienst: Welches Medikament gegen Übelkeit?”. Hier können Sie das eDossier herunterladen.

(Text: Dr. Ingo Blank, Notarzt; Symbolfoto: Markus Brändli; zuletzt aktualisiert: 20.04.2016)

eDossier „Rettungsdienst: Welches Medikament gegen Übelkeit?”
• Umfang: 8 Seiten
• Dateigröße: ca. 1,3 MB/PDF-Format
• Ein Beitrag aus Rettungs-Magazin 1/2015

München (rd_de) Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) hat mit Empörung auf die aktuelle Verdi Aktion „Tatort BRK” reagiert. Mit der Kampagne will die Gewerkschaft Arbeitszeitverletzungen bei der Hilfsorganisation in den Fokus rücken.

BRK-Landesgeschäftsführer und Tarifverhandlungsführer für die 23.500 Beschäftigten des BRK, Leonhard Stärk, kritisierte am Montag (24.04.2017) das Kampagnenlogo, da es Ähnlichkeiten zur ARD-Krimi-Serie „Tatort” aufweisen würde. „Wir sehen uns in die Nähe von Vergewaltigern, Kinderschändern und Mördern gerückt”, erläutert er.

Durch die Verwendung des Tatort-Logos mit einem schwarzen Kreuz in der Mitte würde laut BRK suggeriert werden, dass die Hilfsorganisation nicht nur Rechtsverletzungen, sondern Verbrechen begehen würde, wenn Rettungsdienst-Mitarbeiter die gesetzlich vorgeschriebene Höchstarbeitszeit von zwölf Stunden überschreiten.

„Wir nehmen Arbeitszeitgesetzverletzungen nicht einfach billigend in Kauf”, sagte Reinhold Dietsch, Bezirksgeschäftsführer des BRK Unterfranken und stellvertretender Verhandlungsführer. Er weist darauf hin, dass Arbeits- und Pausenzeiten zwar wichtig seien, die Notfallversorgung jedoch immer Priorität habe: „Kein Rotkreuzler lässt einen Verletzten unversorgt, weil die Ruhepausenregelung verletzt sein könnte“.

(26.04.2017; Foto: Verdi)

Reanimation_580Bremen (rd_de) Eine Rauchgasvergiftung ist die häufigste Todesursache bei Wohnhausbränden. Der Brandrauch ist toxisch, und die Zusammensetzung der Rauchgase kann ganz unterschiedlich sein. Sie hängt nicht zuletzt von den verbrannten Gegenständen ab. Kohlenstoffdioxid (CO2) kann bei Zimmerbränden eine Konzentration entwickeln, die innerhalb von einer Minute zum Tod führt. Nicht nur der Feuerwehr sollte das bekannt sein.

Fast täglich erreichen uns Nachrichten, wonach Bewohner von Häusern zum Opfer von Brandrauch geworden sind. Die Ursachen sind sehr verschieden. In allen Fällen aber haben die Betroffenen die im Rauch enthaltenen Atemgifte aufgenommen. Diese Gifte können durch Veränderung der Durchlässigkeit des Lungengewebes zu einem toxischen Lungenödem führen.

Dies muss allerdings nicht zwangsläufig sofort entstehen. Je nach Konzentration der inhalierten toxischen Substanzen kann es auch erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung entstehen. Deswegen wird empfohlen, Patienten mit einer vermuteten Rauchvergiftung für 24 Stunden stationär zu überwachen. Dies gilt selbst dann, wenn zunächst kaum Symptome vorliegen. Zweifellos handelt es sich dabei aber um eine sehr individuelle Entscheidung. Wichtig ist im Falle einer ambulanten Behandlung aber, dass die Patienten eingehend aufgeklärt werden.

Rauchgasvergiftung: Therapie im Rettungsdienst

Die empfohlene Therapie besteht in der Akutphase vor allem in der Inhalation von Sauerstoff. Die früher standardmäßig applizierten kortisonhaltigen Inhalativa wie Auxiloson oder Ventolair verlieren zunehmend an Bedeutung. Der Nutzen scheint nicht eindeutig belegt zu sein. Allerdings schaden sie nach aktuellem Stand der Wissenschaft nicht.

Anders sieht es beim intravenös verabreichten Cortison aus. Davon wird mittlerweile auch bei bestehender Bronchospastik abgeraten. Es hat sich gezeigt, dass das Outcome von Patienten, die Kortisonpräparate bei einer schweren Rauchgasvergiftung erhalten haben, deutlich schlechter war als bei Patienten ohne diese Therapie. Einer der Gründe hierfür liegt in der immunsuppressiven Wirkung von Kortikoiden.

(Text: Dr. Philipp Prause, Facharzt für Allgemeinmedizin, Notfallmedizin und Chirotherapie; Symbolfoto: Markus Brändli; 25.04.2017)

eDossier DyspnoeWelche Maßnahmen der Rettungsdienst ergreifen muss, sollte er Patienten mit akuter Atemnot antreffen, erfahren Sie in unserem eDossier „Leitsymptom Dyspnoe”, das Sie hier herunterladen können.

Büdingen (ots) Drei Männer haben am Montag (24.04.2017) ein Senioren-Ehepaar aus einem brennenden Haus in Büdingen (Wetteraukreis) gerettet. Einer der Ersthelfer zog sich dabei eine Rauchgasvergiftung zu.

Die drei Männer hatten den Wohnhausbrand laut Polizei am Nachmittag bemerkt. Sie setzten sofort einen Notruf ab und kletterten über eine Leiter ins Obergeschoss. Dort befanden sich ein gehbehinderter 77-jähriger Mann und seine 68-jährige Ehefrau.

Die Ersthelfer brachten die Senioren ins Freie. Der Rentner wurde durch den Brand schwer verletzt, seine Ehefrau erlitt einen Schock. Die Rettungskräfte übernahmen die Erstversorgung. Der 77-Jährige wurde von einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen.

Auch einer der Ersthelfer musste mit einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden.

(25.04.2017; Symbolfoto: M. Brändli)

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Bremen (rd_de) Auch bei einem implantierten Herzschrittmacher kann es in seltenen Fällen zu Fehlfunktionen kommen. Beispielsweise kann ein ventrikulärer „Exit Block” auftreten. Dann folgt auf den Schrittmacherimpuls keine elektrische Antwort des Myokards. Im Rettungsdienst wird dann schnell zum so genannten Ringmagneten gegriffen. Kardiologen raten dabei allerdings zur Vorsicht.

Patienten mit bradykarden Herzrhythmusstörungen wird unter Umständen ein Schrittmacher implantiert. Ursachen für die Rhythmusstörungen können höhergradige AV-Blockierungen, ein Sick-Sinus-Syndrom oder bradykarde Kammerfrequenzen bei Vorhofflimmern sein.

Doch auch bei Herzschrittmachern können Fehlfunktionen auftreten. Denkbar sind ein ventrikulärer Wahrnehmungsverlust, ein „Exit Block” im Vorhof, eine Dislokation der Schrittmachersonden, die Erschöpfung der Schrittmacherbatterie oder eine Fehlprogrammierung.

Wird der Rettungsdienst zu solch einem Notfallpatienten gerufen, fragt sich mancher Rettungsdienst-Mitarbeiter, ob es bei der Versorgung dieser Patienten etwas Besonderes zu beachten gibt. Eventuell weiß der Retter, dass für solche Situationen auf dem (Notarzt-)Fahrzeug ein Ringmagnet mitgeführt wird. Mit diesem soll es möglich sein, den implantierten Schrittmacher auszuschalten.

Das ist zwar oft zu lesen und zu hören, stimmt genaugenommen aber nicht. Wird der Ringmagnet dem Patienten auf dessen Thorax bzw. den Defibrillator gelegt, schaltet sich der Herzschrittmacher in einen starrfrequenten Modus. Je nach Hersteller gibt der Schrittmacher danach seine Impulse mit einer Frequenz zwischen 85 und 100/min ohne Rücksicht auf herzeigene Aktionen ab. Die Gefahr, dass ein Schrittmacherimpuls in die vulnerable Phase der elektrischen Herzaktion fällt und ein Kammerflimmern verursacht, ist daher sehr groß.

Das heißt: Indem ein Ringmagnet aufgelegt wird, provoziert man künstlich ein R-auf-T-Phänomen. Insofern raten Kardiologen dazu, einen Ringmagneten bei einem so genannten Oversensing des Schrittmachers und bei einer, durch den Schrittmacher selbst verursachten Tachykardie, nur vorübergehend einzusetzen.

Mehr zum Thema Notfälle mit Herzschrittmachern im nächsten Rettungs-Magazin. Ab 28. April 2017 im Handel oder versandkostenfrei in unserem Online-Shop bestellen.

(Text: Thomas Semmel, Notfallsanitäter, Dozent im Rettungsdienst, ERC ALS Instruktor; Symbolfoto: Markus Brändli; 24.04.2017)

Bremen (rd_de) Nicht nur zur Fußball-WM bewegt der Fußball die Massen. Jedes Wochenende strömen Hunderttausende Fußball-Fans in die Stadien der 1. und 2. Bundesliga. Den Rettungs- und Sanitätsdienst stellen dann zahllose, zumeist ehrenamtliche Einsatzkräfte sicher.

Wenn es um Fußball geht, liegen Freud und Leid, Lust und Frust nahe beieinander auf dem Spielfeld wie auf den Zuschauerrängen. In der Arena im Hamburger Volkspark beispielsweise sorgen die Kollegen vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) für den Sanitätsdienst. Eine beneidenswerte Aufgabe? In unserem eDossier „Einsatz im Fußballstadion” schildern wir, wie ein Spieltag aus Sicht der Einsatzkräfte verläuft.

Mit ungewöhnlichen Problemen haben derweil die Kolleginnen und Kollegen in Augsburg zu kämpfen. Nach der Fertigstellung des neuen Stadions müssen die Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) etliche Höhenmeter zurücklegen. Die neuen Tribünen sind so steil, dass Patienten aus den obersten Rängen nur mit Techniken aus der Berg- und Höhenrettung gerettet werden können.

Interessante Hintergründe rund um den „Einsatz im Fußballstadion” sind in unserem digitalen Themen-Special nachzulesen. Sie können es hier herunterladen.

(Text: Lars Schmitz-Eggen; 24.04.2017)

Bild1_RM_eDossier2014_Stadionrettung_100eDossier „Einsatz im Fußballstadion”
• Umfang: 15 Seiten
• Dateigröße: ca. 6,5 MB/PDF-Format
• Beiträge aus: Rettungs-Magazin 4/2010 und 3/2012

Vier Menschen sind bei einem Unfall mit einem Rettungswagen (RTW) am Samstag (22.04.2017) in Dortmund verletzt worden.

Der RTW war auf dem Weg zu einem Einsatz, als er mit einem Pkw kollidierte. Wie die Feuerwehr mitteilte, wurde der Pkw durch die Wucht des Aufpralls herumgeschleudert. Dabei stieß das Fahrzeug mit einem Kleintransporter zusammen.

Einsatzkräfte haben auslaufende Betriebsstoffe mit Bindemittel abgestreut. Foto: Stefan Quinting / Feuerwehr Dortmund

Der Pkw-Fahrer, die Fahrerin des Kleintransporters sowie zwei Rettungskräfte aus dem verunfallten RTW wurden bei dem Zusammenstoß leicht verletzt. Die Rettungskräfte leisteten Erste Hilfe und forderten Verstärkung an. Die Patienten wurden in ein Krankenhaus transportiert.

Zwei Augenzeugen erlitten einen Schock. Sie wurden von den Feuerwehrleuten betreut. Im Einsatz waren 30 Kräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr.

(24.04.2017; Foto: Stefan Quinting / Feuerwehr Dortmund)

Immer dabei: Mit unserem AboPlus können Sie das Rettungs-Magazin klassisch als Heft und jederzeit als digitales ePaper zum Beispiel auf einem Tablet lesen.

Hyperkaliämie FurosemidBremen (rd_de) Eine Hyperkaliämie ist eine der gefürchtetsten Komplikationen während des Transports eines Dialysepatienten. Wird sie nicht erkannt, droht dem Patienten ein Herzstillstand.

Der Rettungsdienst steht bei einer Hyperkaliämie vor dem Problem, dass er diese Form der Elektrolytentgleisung in der Regel nicht sicher diagnostizieren kann. Hierfür ist eine Blutgasanalyse erforderlich, die in kaum einem Rettungsdienstbereich präklinisch durchgeführt werden kann. Insofern können wirklich effektive Therapieschritte auch erst in einer Klinik begonnen werden.

Ein Indiz für eine Hyperkaliämie findet sich im EKG: Vorbote eines zu hohen Kaliumspiegels kann die überhöhte, zeltförmige T-Welle im EKG sein.

Zu überlegen ist die Gabe von Diuretika wie hochdosiertem Furosemid. Sie sollte gerade dann versucht werden, wenn bekannt ist, dass der Patient noch eine Restausscheidung von Urin hat. Furosemid führt zu einer Kaliumausscheidung und damit zu einem Absenken des Kaliumspiegels.

Ein weiterer lohnenswerter Therapieansatz ist die Puffertherapie mit Natriumbicarbonat oder die Gabe von Salbutamol, eigentlich ein Mittel für Asthmatiker. Durch die Sprühstöße löst Salbutamol beim Patienten eine Stimulation von Beta-2-Rezeptoren aus. Dies führt ebenfalls zu einem Kaliumeinstrom in die Zelle und damit zu einem Absinken des Kaliumspiegels im Blut. Dieser Off Label Use von Salbutamol darf allerdings nur vom Notarzt nur bei gesicherter Hyperkaliämie durchgeführt werden.

Mehr zum Thema Hyperkaliämie und Notfälle beim Dialysetransport im nächsten Rettungs-Magazin. Ab 28. April 2017 im Handel oder versandkostenfrei in unserem Online-Shop bestellen.

(Text: Dr. Gerald Bandemer, Anästhesist und Notarzt; Symbolfoto: Markus Brändli; 20.04.2017)

Grand mal AnfallBremen (rd_de) Ist von einem epileptischen Krampfanfall die Rede, wird dieser Begriff häufig unscharf verwendet. Er hält als genereller Sammelbegriff für einen zerebralen Krampfanfall her. Als klassischer Krampfanfall gilt für viele der Grand mal-Anfall.

Typischerweise stellen solche Anfälle meist unwillkürliche „Zuckungen” oder „Krämpfe” des gesamten Körpers oder verschiedener Körperregionen dar. Insofern wird hier zwischen generalisierten und fokalen Krampfanfällen unterschieden. Diese werden durch gleichzeitige Erregung vieler verschiedener Nervengruppen im Gehirn, mit daraus resultierenden unwillkürlichen Entäußerungen ausgelöst. Sie können mit und ohne Bewusstseinsverlust einhergehen.

Eine Unterscheidung wird hierbei auch zwischen dem Grand mal-Anfall und dem Petit mal-Anfall getroffen. Die Einteilung der Anfälle kann nach verschiedenen Gesichtspunkten erfolgen; also zum Beispiel tonisch oder klonisch, generalisiert oder fokal.

Grand mal: Phasen des Anfalls

Der so genannte Grand mal-Anfall oder auch tonisch-klonischer Krampfanfall genannt, läuft typischerweise in mehreren Phasen ab. Manche Patienten haben eine gewisse unspezifische Vorahnung, die jedoch meist nicht genauer definiert werden kann und unterschiedlich lange dauert. Mediziner sprechen in solch einem Fall von einer Aura. Eine Aura ist aber nicht zwingend Bestandteil eines zerebralen Krampfanfalles.

Mehr zum Grand mal-Anfall und Status epilepticus in unserem eDossier „Zerebraler Krampfanfall”, das hier heruntergeladen werden kann.

Die nächste Phase geht mit Bewusstlosigkeit und plötzlich eintretenden Versteifungen aller Muskeln einher. Dies ist die tonische Phase des Anfalls, die in der Regel sehr kurz dauert. In dieser Phase kommt es durch die plötzliche Muskelversteifung kombiniert mit dem Bewusstseinsverlust häufig zu Stürzen mit teils schweren Begleitverletzungen. Letztere treten auf, da sämtliche Abwehr- oder Abstützreaktionen beim Sturz fehlen. In diesem Teil des Krampfanfalls entsteht auch der typische Zungenbiss. Häufig geben die Patienten einen so genannten „Initialschrei” von sich.

Anschließend geht der Anfall in die klonische Phase über, die mehrere Minuten dauern kann. Selten hält sie länger als drei Minuten an. Hier entstehen durch die abwechselnde Kontraktion und Entspannung verschiedener Muskelgruppen die typischen Zuckungen.

Da die zur geordneten In- und Exspiration erforderliche Muskulatur ebenfalls dieser unkontrollierbaren Muskelarbeit ausgesetzt ist, erfolgt auch keine suffiziente Atmung. Die Folge ist eine teils ausgeprägte Zyanose. Zusätzlich zeigt sich vielfach ein starkes Speicheln, was sich als „Schaum vor dem Mund” darstellt.

Im Anschluss daran tritt die postiktale Phase (Erholungsphase) ein. Hier befindet sich der Patient in einem bis zu Stunden dauernden sehr tiefen Schlaf. Bis die volle Orientierung wieder zurückkehrt, dauert es unterschiedlich lange. Diese Erholungsphase ist Ausdruck des enormen Energieverlustes in erster Linie des Gehirns, aber auch der Muskulatur. Neben Kopfschmerzen und Schmerzen aufgrund eines möglichen Zungenbisses leiden die Patienten häufig auch unter einem stark ausgeprägten Muskelkater.

Status epilepticus kann lebensbedrohlich sein

Der Großteil der zerebralen Krampfanfälle klingt von allein ab. Besteht der Anfall jedoch fort oder kommt es in kurzer Zeit zu immer wieder auftretenden Anfällen, liegt ein Status epilepticus vor. Dieser kann durchaus lebensbedrohlich sein und bedarf der umgehenden medikamentösen Therapie.

Neben den teils schweren Sturzverletzungen liegt die potentielle vitale Bedrohung vor allem an dem möglichen Übergreifen der neuronalen Übererregbarkeit auf das Stammhirn. Hier befinden sich das Atem- und das Kreislaufzentrum.

Im klinischen Alltag hat sich eine pragmatische Definition des Status epilepticus durchgesetzt: Mediziner sprechen im Allgemeinen von einem solchen generalisierten tonisch-klonischen Anfallsstatus, wenn er länger als fünf Minuten dauert oder mehrere Sequenzen ohne vollständige Erholung in Folge auftreten. Handelt es sich um einen fokalen Anfall oder eine Abscence, wird ab einer Dauer von 20 bis 30 Minuten von einem Status epilepticus gesprochen.

Epilepsie: Erste-Hilfe-Maßnahmen

Sollte der Patient beim Eintreffen des Rettungsdienstes noch krampfen, ist möglichst schnell ein venöser Zugang zu legen. Durch diese Behandlung kann der Anfall medikamentös durchbrochen werden.

Erfahrungsgemäß gestaltet sich die Venenpunktion jedoch in genau diesen Fällen ausgesprochen schwierig. Deshalb gilt: Sollte die zeitnahe Punktion einer peripheren Vene nicht gelingen, darf auch vor einem intraossären Zugang nicht zurückgeschreckt werden. Über diesen können die antikonvulsiven Medikamente analog der intravenösen Dosierung verabreicht werden.

Allerdings stehen auch weniger invasive Wege der Medikamentenapplikation zur Verfügung. Mittlerweile gut etabliert ist die nasale Applikation zum Beispiel von Midazolam über einen Zerstäuber (Vorsicht, Off Label Use!). Tavor kann sublingual bzw. buccal (in die Wangentasche) verabreicht werden. Insbesondere bei Kindern bietet sich auch die rektale Diazepamgabe über ein Zäpfchen oder eine Rektiole an.

(Text: Dr. Philipp Prause, Facharzt für Allgemeinmedizin, Notfallmedizin und Chirotherapie; Symbolfoto: Markus Brändli; 20.04.2017)

Larynxtubus_580Bremen (rd_de) Die Larynxtubus-Anwendung (LT) hat längst Eingang in den rettungsdienstlichen Alltag gefunden. Der LT hat die notfallmäßige, chirurgische Atemwegssicherung im Rettungsdienst zu einer Ultima-Ratio-Maßnahme gemacht. Eigentlich als Rückfallebene bei schwieriger bzw. unmöglicher endotrachealer Intubation gedacht, wird aber vor allem im Rettungsdienst das Larynxtubus-Set oft auch primär angewandt. So wird der Larynxtubus gerade in Reanimationssituationen häufig noch vor Eintreffen des Notarztes vom Rettungsfachpersonal eingesetzt. In diesen Situationen sollte grundsätzlich ein Larynxtubus mit zusätzlichem Drainagekanal verwendet werden.

(Text: Thomas Semmel, Notfallsanitäter, Dozent im Rettungsdienst, ERC Educator und ALS-Instruktor; Fotos: Markus Brändli; zuletzt aktualisiert: 20.04.2017)

Und so wirds gemacht:

1. Larynxtubus-Set: Larynxtuben werden in verschiedenen Größen für Kinder und Erwachsene angeboten.

1. Larynxtubus-Set: Larynxtuben werden in verschiedenen Größen für Kinder und Erwachsene angeboten.

3. Vor Einführung des Tubus muss der Cuff entblockt und der Tubus mit Gleitmittel versehen werden.

2. Vor Einführung des Tubus muss der Cuff entblockt und der Tubus mit Gleitmittel versehen werden.

4. Mund öffnen und Tubus bis zur mittleren Zahnreihenmarkierung in den Mund-Rachen-Raum einführen.

3. Den Mund idealerweise mit dem so genannten Kreuzgriff öffnen und den Larynxtubus in den Mund-Rachen-Raum bis zur oberen Zahnreihenmarkierung einführen.

5. Mittels Farbcodierung ist das erforderliche Füllvolumen für den Cuff einfach zu applizieren. Hierbei verlagert sich der Tubus nochmals leicht.

4. Den Cuff mittels der farbcodierten Spritze mit dem empfohlenen Volumen füllen. Hierbei verlagert sich der Tubus nochmals leicht. Anschließend mit einem Cuffdruckmesser den Cuffdruck kontrollieren.

5. Tubuslage und anschließende Beatmung mittels Kapnografie überwachen. Zusätzlich kann auch eine Auskultation erfolgen.

7. Korrekte Lage des Larynx-Tubus.

Neresheim (rd_de) Eine Mutter und ihre zwei Kinder erlitten am Mittwochmorgen (19.04.17) in Neresheim (Ostalbkreis) eine Kohlenmonoxid-Vergiftung. Der Rettungsdienst brachte die Betroffenen in ein Krankenhaus.

Der fünfjährige Sohn wachte um 05:30 Uhr mit starken Kopfschmerzen auf. Da sich auch die Mutter unwohl fühlte, setzte die 31-Jährige einen Notruf ab. Kräfte des eingetroffenen Rettungsdienstes stellten im Gebäude erhöhte CO-Werte fest und brachten die Familie umgehend in Sicherheit.

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Danach wurde die Feuerwehr nachgefordert. Die Familie kam in ein Krankenhaus.

Die Freiwilligen Feuerwehren Neresheim und Kösingen rückten mit 24 Kräften aus und lüfteten das Gebäude. Es wird vermutet, dass ein technischer Defekt an einer Holzheizung die hohe Gaskonzentration verursachte.

(20.04.2017; Symbolfoto: fotolia/ Christian Müller)

Mobile CO-Warngeräte im Überblick – Der Faktencheck

Wie sich Einsatzkräfte mit Hilfe der Warngeräte vor den Gefahren des Kohlenmonoxid-Gases schützen können.

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Hamburg (BGW) Für viele Notärzte, die nebenberuflich tätig sind, gibt es Änderungen beim Unfallversicherungsschutz. Grund ist das „Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung” (HHVG), das am 11.04.2017 in Kraft getreten ist.

Nach Informationen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) sind davon notärztliche Tätigkeiten im Rettungsdienst betroffen, die entweder

• neben einer Beschäftigung von regelmäßig mindestens 15 Stunden wöchentlich außerhalb des Rettungsdienstes oder
• neben einer zugelassenen vertragsärztlichen bzw. einer ärztlichen Tätigkeit in privater Niederlassung

ausgeübt werden.

Solche nebenberuflichen Tätigkeiten als Notarzt im Rettungsdienst gehören nun nicht mehr in den Bereich der freiwilligen Versicherung. Sie unterliegen jetzt automatisch dem gesetzlichen Unfallversicherungsschutz. Diese Regelung wurde über das HHVG ins Sozialgesetzbuch (SGB) VII eingefügt und findet sich dort in Paragraf 2 Abs. 1 Nr. 13d. Zuständig ist der Unfallversicherungsträger des jeweiligen Unternehmens, für das der Notarzt tätig wird.

Wie die BGW mitteilt, muss sie deshalb bisherige freiwillige Versicherungen von Ärztinnen und Ärzten für betreffende nebenberufliche Tätigkeiten im Rettungsdienst widerrufen. Die Berufsgenossenschaft schreibt mögliche Betroffene an, um sie zu informieren und den jeweiligen Versicherungsstatus zu klären.

Dabei sind vier Konstellationen möglich:

• Notärztliche Tätigkeit im Rettungsdienst neben einem Beschäftigungsverhältnis außerhalb des Rettungsdienstes, das einen Umfang von regelmäßig mindestens 15 Stunden wöchentlich hat: In diesem Fall ist die betreffende Person für ihre Tätigkeit als Notarzt nun kraft Gesetzes über das Rettungsdienstunternehmen versichert. Die etwaige freiwillige Versicherung bei der BGW wird beendet.
• Notärztliche Tätigkeit im Rettungsdienst neben einer selbstständigen Tätigkeit als zugelassener Vertragsarzt bzw. als Arzt in privater Niederlassung: In diesem Fall ist die betreffende Person für ihre Tätigkeit als Notarzt künftig kraft Gesetzes über das Rettungsdienstunternehmen versichert. Die etwaige freiwillige Versicherung bei der BGW bleibt für die ausgeübte selbstständige ärztliche Tätigkeit bestehen.
• Jemand ist ausschließlich notärztlich im Rettungsdienst tätig oder das Beschäftigungsverhältnis außerhalb des Rettungsdienstes umfasst regelmäßig weniger als 15 Stunden wöchentlich: In diesem Fall gilt der neue gesetzliche Versicherungsschutz nicht. Die etwaige bisherige freiwillige Versicherung bleibt daher bestehen.
• Die freiwillig bei der BGW versicherte Person übt gar keine notärztliche Tätigkeit im Rettungsdienst aus. In diesem Fall bleibt die bisherige freiwillige Versicherung bestehen.

(20.04.2017; Symbolfoto: Markus Brändli)

Anaphylaktischer-Notfall_580Bremen (rd_de) Eine Anaphylaxie wird von diversen Faktoren beeinflusst. Viele gehen vom Patienten aus. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um altersbedingte Faktoren oder Vorerkrankungen, unter anderem Asthma. Das Wesentliche, was ein Rettungsdienst-Mitarbeiter zum anaphylaktischen Notfall wissen muss, haben wir hier in 10 Punkten zusammengefasst.

Eine Anaphylaxie kann eine Reihe von Zeichen und Symptomen hervorrufen. Keines davon ist spezifisch für das Vorliegen einer Unverträglichkeitsreaktion. Typische Kombinationen legen allerdings den Verdacht nahe, dass es sich um eine Unverträglichkeit handelt. Wenn also alle drei nachfolgend genannten Kriterien vorliegen, ist eine Anaphylaxie sehr wahrscheinlich:

• plötzlicher Beginn und schnelle Verschlechterung der Symptome,
• lebensbedrohliche Atemwegs- und/oder Atmungs- und/oder Kreislaufprobleme,
• Veränderungen von Haut und/oder Schleimhaut, zum Beispiel Flush, Urtikaria, Angioödem.

Anaphylaktischer Notfall: Die 10-Punkte-Liste

1. Allem voran steht auch bei Patienten mit Verdacht auf eine Anaphylaxie die Beurteilung und Behandlung nach der ABCDE-Regel. Lebensbedrohliche Symptome wie eine Verlegung des Atemwegs müssen sofort behandelt werden. Zur Erinnerung: A Airway (Atemweg), B Breathing (Atmung), C Circulation (Kreislauf), D Disability (neurologisches Defizit), E Exposure (Exposition, Umfeld).

2. Das Basismonitoring umfasst Puls- und Blutdruckmessung, Ableitung eines EKG und Ermittlung des Sauerstoffgehalts im Blut (SpO2). Liegen Zeichen eines Schocks vor, sollten zwei bis drei großlumige Zugänge gelegt und vom Rettungsdienst-Mitarbeiter eine kristalloide Infusionslösung verabreicht werden.

3. Der Patient sollte beruhigt werden. Sofern es die Situation erfordert, ist ein Notarzt nachzufordern. Wie üblich, ist der Betroffene vor Wärmeverlust zu schützen.

4. Ursachen bzw. Symptome für Atemwegsstörungen sind häufig Stridor, Schwellung von Zunge, Rachen und/oder Kehlkopf sowie heisere Stimme.

5. Eine Atemstörung zeigt sich durch ein pfeifendes Atemgeräusch, zunehmende Ermüdung, Kurzatmigkeit, Verwirrtheit aufgrund der Hypoxie und Atemstillstand.

6. Zu den typischen Kreislaufstörungen gehören blasse, feuchte Haut als Zeichen eines Schocks, gesteigerte Pulsfrequenz, Blutdruckabfall, veränderter Bewusstseinszustand, myokardiale Ischämie und Herz-Kreislauf-Stillstand.

7. Die Lagerung hat der Situation angepasst zu erfolgen, bei Kreislaufproblemen zum Beispiel in Flachlage auf dem Rücken, sonst Oberkörperhochlagerung (30 45 Grad)

8. Nach Möglichkeit ist die Allergenzufuhr umgehend zu stoppen. Eine mögliche Schwellung zum Beispiel infolge eines Insektenstichs sollte gekühlt werden.

9. Alle Patienten mit einer Anaphylaxie benötigen früh eine hoch dosierte Sauerstoffgabe (10 15 l/min über Maske).

10. Adrenalin ist das wichtigste Medikament zur Behandlung einer anaphylaktischen Reaktion. Der Wirkstoff wird in diesem Fall intramuskulär (i.m.) appliziert.

Hinweise für Ersthelfer:

Wespenstich-im-MundFür Ersthelfer gilt nach einem Insektenstich: Ist der Stachel zu sehen, ihn vorsichtig mit einer Pinzette entfernen. Danach kann die Körperstelle rund um den Stich mit kalten Umschlägen gekühlt werden, damit die Schwellung schneller abklingt. Menschen, die über ihre Allergie auf Insektengift Bescheid wissen, haben oft eigene Notfallmedikamente dabei. Als Ersthelfer kann man ihnen bei der Einnahme helfen. Das Lutschen von Eis hilft, das Zuschwellen der Atemwege zu vermeiden. Sollten Allgemeinsymptome wie Atemnot oder Kreislaufprobleme auftreten, unbedingt den Notruf 112 wählen.

Quelle: ÖRK

(zuletzt aktualisiert: 19.04.2017; Symbolfoto: Markus Brändli)






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