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Klinikpraktikum_580Bremen (rd.de) Jeder, der im Rettungsdienst mitarbeiten möchte, muss ein Krankenhaus-Praktikum absolvieren. Das schreiben alle Ausbildungen vor vom Rettungshelfer über Rettungssanitäter und Rettungsassistent bis zum Notfallsanitäter. Eine einmalige Chance, Erfahrungen zu sammeln. Vorausgesetzt, der Praktikant beachtet wichtige Punkte.

  1. Auswahl der Klinik für das Krankenhaus-Praktikum: In einem kleineren Krankenhaus wird man vermutlich viele i.v.-Zugänge legen und Intubationen durchführen dürfen. Eine Uni-Klinik bietet hingegen die Chance, anspruchsvollen Notfällen beizuwohnen. Dafür ist hier die Konkurrenz unter den Praktikanten größer.
  2. Gewissenhafte Vorbereitung: Was man während einem Krankenhaus-Praktikum lernen soll, gibt der Ausbildungsplan vor. Der Praktikant sollte diesen Stoff vor Antritt der Praktikumsstelle nochmals theoretisch (Bücher, Videos, Patientensimulator) für sich auffrischen.
  3. Erster Praktikumstag: Der Praktikant sollte sich bei allen Mitarbeitern, mit denen er bei seinem Krankenhaus-Praktikum in Kontakt tritt, vorstellen. Hilfreich ist es, sich interessiert, engagiert und aufgeschlossen zu zeigen.
  4. Praktikums-Tagebuch: Es begleitet einen durch sein Krankenhaus-Praktikum und ist später ein wertvolles Nachschlagewerk. Krankheitsbilder, Operationen und selbstständig durchgeführte Tätigkeiten werden hier festgehalten. Außerdem formuliert der Praktikant alle Tipps, die er aus der Praxis gelernt hat. Fotos und Skizzen illustrieren die Eintragungen.
  5. Vertiefung des Wissens: Das erlernte Wissen wird zur Komplettierung des Ausbildungsabschnitts weitergegeben. Dies geschieht beispielsweise im Rahmen eines Kurzvortrages auf der heimischen Lehrrettungswache vor den anderen Praktikanten.
  6. Dankeschön zum Abschluss: Den Schlusspunkt bei seinem Krankenhaus-Praktikum bilden das Abschlussgespräch und die Aushändigung der Praktikumsbescheinigung. Um sich für die Bemühungen der Klinikmitarbeiter zu bedanken, sollte ein „Dankeschön-Kuchen” mitgebracht werden.

(Text: Maximilian Kippnich, cand. med. Universitätsklinikum Würzburg, Rettungssanitäter, Zugführer; Symbolfoto: Markus Brändli, zuletzt aktualisiert: 24.03.2017)

eDossier „Krankenhaus-Praktikum“

>>Jetzt hier runterladen!

  • Mit umfangreichen Informationen zum Thema Praktikum im Krankenhaus.
  • Umfang: 5 Seiten
  • Dateigröße: ca. 1,3 MB/PDF-Format
  • Ein Beitrag aus Rettungs-Magazin 3/2015

Bauchaortenaneurysma_580Bremen (rd_de) Bauchaortenaneurysma, Mesenterialinfarkt und das seltenere Leriche-Syndrom stellen Notfälle dar, die zunächst vielfach als unklares Abdomen interpretiert werden. Dadurch vergeht mitunter viel Zeit, ehe die lebensgefährliche Situation erkannt und behandelt wird.

Bauchaortenaneurysma

Von einer Aortendissektion ist die Rede bei einem lebensgefährlichen Einriss der Gefäßwand mit der daraus folgenden Ausbildung eines zusätzlichen falschen Gefäßlumens. Zu den besonders gefährdeten Personen zählen Patienten mit Arteriosklerose oder Bluthochdruck. Akute Auslöser sind Blutdruckentgleisungen und Traumata. Leitsymptom ist der plötzlich, heftig einschießende, stechende Schmerz.

Rupturiert ein Bauchaortenaneurysma komplett, kommt es rasch zur Ausbildung eines schweren Volumenmangelschocks mit einem häufig tödlichen Ausgang. Bei Verdacht auf eine Aortendissektion muss neben der symptomatischen Therapie und Kreislaufstabilisierung umgehend am besten nach entsprechender Voranmeldung der Transport in eine geeignete Klinik erfolgen. Ziel bei der Kreislaufstabilisierung sollte ein Blutdruck im niedrig normalen Bereich sein, um die Blutung nicht durch „unnötig hohe” Blutdruckwerte zu verstärken.

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Skills-Training für Notfallsanitäter

Die wichtigsten Fertigkeiten (Skills), die Notfallsanitäter kennen und beherrschen müssen, finden Sie in diesem eDossier.
Dazu zählen beispielsweise ein intraossärer Zugang und Umgang mit einem Perfusor sowie Kenntnisse über gängige Beatmungsformen.

Mesenterialinfarkt

Bei einem Mesenterialinfarkt kommt es meist im Rahmen eines Vorhofflimmerns zu einer Minderperfusion von Darmabschnitten. Nachfolgend tritt eine Infarzierung auf. Im weiteren Verlauf nekrotisiert das Gewebe.

Bei dem phasenhaften Krankheitsverlauf treten zunächst stärkste Bauchschmerzen kolikartigen Charakters auf, gefolgt von einer vorübergehenden Besserung der Beschwerden. Im weiteren Verlauf verstärken sich die Schmerzen wieder. Es tritt eine rasch zunehmende Peritonitis auf und ein paralytischer Ileus entsteht.

Leriche-Syndrom

Bei einem Leriche-Syndrom handelt es sich um einen Verschluss der Aorta abdominalis unterhalb des Abganges der Nierenarterien.

Wie bei einer arteriellen Embolie klagen die Patienten beim Leriche-Syndrom über teils massive Schmerzen, Lähmungserscheinungen und Gefühlsstörungen in den Extremitäten. Zusätzlich können blasse Extremitäten, fehlende Fußpulse und Schockzeichen auffallen.

Besteht der Verdacht auf ein (sehr seltenes) Leriche-Syndrom, ist eine adäquate Analgesie, Schockbekämpfung und Kreislaufstabilisierung mit anschließend schnellstmöglichem Kliniktransport vorrangiges Ziel.

(Text: Dr. Philipp Prause, Facharzt für Allgemeinmedizin, Notfallmedizin und Chirotherapie; Symbolfoto: Markus Brändli; 23.03.2017)

Berlin (BF) – Am frühen Donnerstagmorgen (23.03.2017) kam es in Berlin, im Ortsteil Köpenick, zu einem tödlichen Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus. Gegen 3.45 Uhr wurde der Brand gemeldet. Mit zwei Lösch- und …

Bremen (rd.de) Luxation: Schulter, Hüfte oder auch Patella (Kniescheibe) sind besonders oft betroffen. Für Rettungsdienst-Mitarbeiter stellt dieses Verletzungsbild insofern keine Seltenheit dar. Doch die Verdachtsdiagnose „Luxation Schulter“ oder „Luxation Hüfte“ ist trotz ihres gehäuften Auftretens keineswegs als Lappalie abzutun. Hier die wichtigsten Maßnahmen.

Gerade die Reposition zum Beispiel einer dislozierten Fraktur mit peripherer Durchblutungsstörung gilt als eine relativ einfache, aber wichtige Maßnahme im Rettungsdienst. Sie ist zwingend notwendig für den weiteren Krankheitsverlauf, beeinflusst maßgeblich die Rehabilitation und letztendlich die Lebensqualität des Patienten. Besonders die Vermeidung von Sekundärschäden und Schonung der Weichteile sind wichtig.

Luxation Schulter

Stichwort „Luxation Schulter“: Hier werden unfallbedingte Schulterluxationen von anlagebedingten unterschieden. Die anlagebedingten Luxationen sind auf schwache Bänder und weiches Bindegewebe zurückzuführen. Bei Menschen mit dieser Veranlagung führen häufig schon einfachste Bewegungen zur Luxation der Schulter.

Ein typischer Unfallmechanismus für die traumatische Gelenkluxation ist eine hebelnde Bewegung des Oberarmes bei gleichzeitiger Abspreizung und Außenrotation, zum Beispiel ein Schlag gegen den Wurfarm beim Handball.

Luxation Hüfte

Und wenn die Verdachtsdiagnose „Luxation Hüfte“ lautet? Eine solche Hüftgelenkluxation wird meist durch eine ausgeprägte Gewalteinwirkung hervorgerufen. Bei älteren Menschen mit künstlichem Hüftgelenk kann bereits eine geringe Krafteinwirkung oder auch eine falsche Bewegung zum Beispiel das Übereinanderschlagen der Beine zur Luxation des Hüftgelenks führen.

Wichtige Maßnahmen bei einer Luxation der Hüfte sind:

  • Durchblutung, Motorik und Sensibilität prüfen
  • Liegen Zeichen weiterer Verletzungen vor?
  • Reposition so bald wie möglich in einer Klinik
  • Analgesie und schmerzarme Lagerung

Alles, was Sie sonst noch über Luxationen, deren Symptome und Behandlungen wissen müssen, in unserem eDossier „Luxation Ursachen, Symptome, Maßnahmen“.

(Text: Dr. Ingo Blank, Chirurg und Notarzt; Symbolfoto: Markus Brändli; zuletzt aktualisiert: 22.03.2017)

eDossier „Luxation Ursachen, Symptome, Maßnahmen“
•    Umfang: 10 Seiten
•    Dateigröße: ca. 1,7 MB/PDF-Format
•    Ein Beitrag aus Rettungs-Magazin 4/2015

VerbrennungenBremen (rd_de) Immer wieder kommt es zu Verbrennungen bzw. Verbrühungen. Derartige Unfälle und die sachgerechte Behandlung des Patienten stellen für den Rettungsdienst eine Herausforderung dar. Deshalb ist es nicht nur für den Laien, sondern auch für Rettungsdienst-Mitarbeiter wichtig zu wissen, was zu tun ist, um Verbrennungen zu behandeln.

Verbrennungen entstehen durch Einwirkung von extremer Hitze auf die Haut. Hieraus resultieren Schäden in unterschiedlicher Tiefe. Diese führen zum teilweisen oder vollständigen Absterben der Haut. Will man eine solche Verbrennung behandeln, ist es unter anderem wichtig, den Grad der Schädigung abzuschätzen.

Grad der Verbrennung:

  • 1. Grades: Rötung (oberflächliche Epithelschädigung ohne Zelltod
  • 2 a Grades: Blasenbildung, roter Untergrund, stark schmerzhaft (Schädigung der Epidermis und oberflächlicher Anteile der Dermis mit Sequestrierung)
  • 2 b Grades: Blasenbildung, heller Untergrund, schmerzhaft (weitgehende Schädigung der Dermis unter Erhalt der Haarfollikel und Drüsenanhängsel)
  • 3. Grades: Epidermisfetzen, Gewebe nach Reinigung weiß, keine Schmerzen (vollständige Zerstörung von Epidermis und Dermis)
  • 4. Grades: Verkohlung (Zerstörung weitgehender Schichten mit Unterhautfettgewebe, eventuell Muskeln, Sehnen, Knochen und Gelenken)

Unabhängig vom Lebensalter des Betroffenen erfolgt die Einteilung einer Brandverletzung nach Ausmaß und Tiefe der verbrannten Körperoberfläche (KOF). Zur Bestimmung der betroffenen Fläche können beim erwachsenen Patienten entweder die Neunerregel nach Wallace oder die Handflächenregel angewandt werden.

Als Faustformel gilt: Die Handfläche des Brandopfers entspricht etwa einem Prozent seiner KOF.

Bei Kindern bis zum neunten Lebensjahr muss differenzierter vorgegangen werden. Hier wird zwischen Säugling (< zwölf Monate), Kleinkind (1 5 Jahre) und Schulkind (6 9 Jahre) unterschieden. Aufgrund der verschiedenen Proportionen ist je nach betroffener Körperregion ein unterschiedlicher Prozentsatz der KOF von der Verbrennung betroffen. So wird beim Säugling der Kopf beispielsweise mit 21 Prozent gewertet. Beim Kleinkind sind es hingegen 19 Prozent, während es bei einem Schulkind nur noch 15 Prozent der KOF sind.

Wundversorgung eines Verbrennungsopfers. Foto: Markus Brändli

Wundversorgung eines Verbrennungsopfers.

Was tun bei Verbrennungen?

Die Kühlung mit Wasser wird heute als Akuttherapie gewertet, um Verbrennungen behandeln zu können. Sie gilt als Maßnahme der Ersten Hilfe und sollte daher vom Rettungsdienst nicht mehr praktiziert werden.

  • Kühlungsmaßnahmen sollten von Ersthelfern nur vorgenommen werden, wenn weniger als 30 Prozent KOF betroffen sind.
  • Die Kühlung sollte mit etwa 20 °C warmem Wasser erfolgen und nicht länger als zehn Minuten durchgeführt werden. Andernfalls droht die Gefahr einer Unterkühlung.
  • Ideal zum Kühlen geeignet ist Leitungswasser. Andere trinkbare Flüssigkeiten bergen die Gefahr in sich, Infektionen hervorzurufen.

Für den Rettungsdienst stehen die Wundversorgung und der Wärmeerhalt des Patienten im Vordergrund. Wichtig ist es, Kombinationstraumen abzuklären. Auch wenn thermische Schäden die Aufmerksamkeit auf sich ziehen sollten, können Begleitverletzungen eine größere Dringlichkeit besitzen. Bei Verdacht auf ein Inhalationstrauma muss 100-prozentiger Sauerstoff verabreicht werden. Die Frage, ob Indikationen für eine Intubation erfüllt sind, muss frühzeitig gestellt werden. Eine prophylaktische Intubation gilt es aber zu vermeiden.

Wie sollten Verbrennungen behandelt werden? Foto: Markus Brändli

Wie sollten Verbrennungen behandelt werden?

Einsatzberichte zum Thema Verbrennung:

(Text: Dr. Ingo Blank, Chirurg und Notarzt, Ausbilder in Erster Hilfe; Symbolfotos: Markus Brändli; zuletzt aktualisiert: 22.03.2017)

Bremen (rd.de) Viele Menschen scheinen keine Erste Hilfe leisten zu wollen, weil sie rechtliche Konsequenzen befürchten. Zu Recht? Unterlassene Hilfeleistung: Strafe droht nur demjenigen, der bewusst wegschaut. Hier die klassischen Argumente von Erste-Hilfe-Muffeln und was man ihnen erwidern kann.

Unterlassene Hilfeleistung: Strafe droht grundsätzlich jedem, der bei einem Unglücksfall nicht unverzüglich die ihm bestmögliche und seinen Fähigkeiten entsprechende Hilfe leistet. So steht es im Strafgesetzbuch. Der Laie nennt das unterlassene Hilfeleistung (StGB 323 c), „Pflicht zur Hilfeleistung”). Hiervon befreien einen auch nicht körperliche Einschränkungen, Behinderungen oder Altersgebrechlichkeit. Selbst wenn weitere Maßnahmen dem Helfer zum Beispiel wegen Eigengefährdung nicht möglich sind einen Notruf abzusetzen bzw. die Unglücksstelle abzusichern, ist jedem zumutbar.

Des Weiteren wird man Maßnahmen wie Blutstillung, stabile Seitenlage und Herz-Lungen-Wiederbelebung von einem gesunden Ersthelfer verlangen dürfen. Das gilt umso mehr, wenn er Führerscheininhaber ist.

Unterlassene Hilfeleistung: StGB kennt kaum Ausnahmen

Ausnahmen kennt das Gesetz nur wenige. Hierzu zählen die Eigengefährdung (brennendes Haus, reißendes Gewässer) oder die Verletzung anderer wichtiger Pflichten durch die unmittelbare Hilfeleistung. Wie verhält es sich also mit den klassischen Argumenten, die Erste-Hilfe-Muffel vorbringen?

1. Klassiker: Frau auf einsamer Landstraße. Die Autofahrerin ist allein unterwegs und kommt nachts auf einen Unfall zu. Muss sie helfen, obwohl sie Angst vor einer Sittlichkeitstat hat? Der Fall ist zwar eher konstruiert. Dennoch würde auch hier zumindest immer noch die Pflicht, den Unfallort abzusichern und einen Notruf abzusetzen, bestehen. Spätestens wenn ein weiterer Verkehrsteilnehmer stoppt, wäre ihr dies zuzumuten.

2. Klassiker: Grundschullehrerin ist mit Schulklasse unterwegs. Dies ist ein Beispiel für die „Verletzung anderer wichtiger Pflichten”. Sie dürfte ihre Klasse an einer vierspurigen Schnellstraße nicht unbeaufsichtigt zurücklassen, um einem verunglückten Autofahrer Erste Hilfe zu leisten. Ein wichtiger Geschäftstermin oder der gebuchte Flug zählen hingegen nicht zu den „wichtigen Pflichten”.

Unterlassene Hilfeleistung: Strafe bei Fahrlässigkeit?

Merke: Jeden trifft die Pflicht, zu helfen und die erlernten Maßnahmen einzusetzen. Strafbar macht sich, wer eine Hilfeleistung unterlässt und dabei billigend in Kauf nimmt, dass einer verletzten oder erkrankten Person keine Hilfe zuteilwird.

Ergreift der Ersthelfer mit der gebotenen Sorgfalt und seinen Fähigkeiten entsprechende Maßnahmen, entfällt eine Strafbarkeit wegen fahrlässiger Körperverletzung oder fahrlässiger Tötung. Der Ersthelfer befindet sich in einer akuten Ausnahmesituation und ist kein medizinischer Profi. Insofern trifft ihn nicht einmal dann ein Schuldvorwurf, wenn sich der Gesundheitszustand durch eine falsche Maßnahme wider Erwarten verschlechtert.

3. Klassiker: der auseinanderfallende Schädel nach der Helmabnahme beim Motorradfahrer. Ein solcher Fall ist sehr unwahrscheinlich. Abgesehen davon haben viele Unfallopfer ohne fremde Hilfe oft keine Überlebenschance. Der Ersthelfer wird also auch in diesem Fall nicht belangt. Es gilt die Vermutung, dass der Verletzte, der seinen Willen nicht äußern konnte, jeglichem Versuch der Hilfeleistung in seinem Interesse zugestimmt hätte.

4. Klassiker: die Angst vor einer Sachbeschädigung. Diese Ausrede gehört eher zu den unrühmlichen Begründungen. Das Zerschneiden von Kleidung oder das Einschlagen von Fenstern sind immer im Rahmen des „rechtfertigenden Notstandes” (Paragraph 34 StGB) zulässig. Bei der Rechtsgüterabwägung überwiegt „Leben und Gesundheit” im Verhältnis zu einer „Sache”.

5. Klassiker: der Ersthelfer kann auf Schadenersatz oder gar Schmerzensgeld in Anspruch genommen werden. Auch diese Behauptung ist falsch: Nur wenn die Hilfeleistung grob fahrlässig, unsachgemäß durchgeführt wurde, entstünde ein Schadenersatzanspruch. Von einer solchen groben Fahrlässigkeit gehen die Gerichte aber nur dann aus, wenn der Ersthelfer einfachste, jedem einleuchtende Überlegungen bei der Ersten Hilfe nicht anstellt. Hierzu zählt zum Beispiel der Versuch, eine blutende Kopfplatzwunde dadurch zu behandeln, dass eine Abbindung am Hals angelegt wird.

6. Klassiker: „Zum Schluss dankt mir das keiner und ich habe noch meine Kleidung ruiniert.” Auch das stimmt so nicht. Der Ersthelfer kann den Ersatz seiner Schäden und Aufwendungen vom Unfallopfer verlangen. Im Übrigen gilt aber auch: Wer in der Freizeit, zu Hause oder im Urlaub Erste Hilfe leistet, ist über die gesetzliche Unfallversicherung gegen alle Personen- und Sachschäden versichert. Also auch wer sich bei der Hilfeleistung selbst verletzt, erhält kostenlose Heilbehandlung, Verletztengeld oder sogar Verletztenrente.

Deshalb gilt grundsätzlich: Kein Ersthelfer muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen, wenn er seinen Fähigkeiten entsprechend die bestmögliche Hilfe leistet und so handelt, wie er es gelernt hat. Selbst wenn ihm Fehler unterlaufen, besteht kein Risiko.

Rechtlich am gefährlichsten ist eindeutig das „Wegschauen”. Dem Gesetzgeber kommt es gerade darauf an, dass anderen Erste Hilfe geleistet wird. Bestraft wird also das sozialschädliche Verhalten, nicht der unbeabsichtigte Fehler.

(Text: Bernd Spengler, Rettungssanitäter, Rechtsanwalt u.a. mit Schwerpunkt Rettungsdienst, Fachanwalt für Arbeitsrecht, und Johannes Treutlein, Rechtsreferendar, BRK-Mitarbeiter; Symbolfoto: Johanniter-Unfall-Hilfe; zuletzt aktualisiert: 21.03.2017)

Off-Label-Use_580_2Bremen (rd_de) – Für die Anwendung eines Arzneimittels außerhalb der zugelassenen Anwendungsgebiete gibt es häufig nur wenige oder keine Wirksamkeitsbelege. Eine behördliche Überprüfung des Nutzens und der Risiken der Anwendung des Arzneimittels in einer nicht zugelassenen Indikation (Off Label Use) hat meist nicht stattgefunden.

Ein gutes Beispiel ist das auch im Rettungsdienst oft eingesetzte Nitrospray. Darf Nitrospray zur Blutdrucksenkung gegeben werden? Oder darf es auf die Haut gesprüht werden, um eine Venenpunktion zu erleichtern?

Aber auch einige andere Medikamente werden gerne außerhalb der Zulassung eingesetzt. Dazu gehören beispielsweise die Gabe von Fenoterol als Dosieraerosol zur Wehenhemmung, die Verneblung von Adrenalin beim Asthmaanfall, die Gabe jeglicher intravenöser Arzneiformen (Ampullenlösung) über die Nasenschleimhäute auch wenn speziell dafür zugelassene Applikatoren wie das MAD-System verwendet werden.

Nachfolgend eine Tabelle, in der einige klassische Medikamente aus der Notfallmedizin zu finden sind:
Beispiele-für-Off-Label-Use-im-Rettungsdienst

Titel-2_2017_100Mehr über den Off Label Use von Medikamenten im aktuellen Rettungs-Magazin. Jetzt im Handel oder versandkostenfrei in unserem Online-Shop.

(Text: Dr. Ingo Blank, Chirurg und Notarzt; Symbolfoto: Markus Brändli; 21.03.2017)

Wismar (pol) – Ein 35-jähriger Mann bedrohte am Mittwochabend (15.03.2017) in Wismar zwei Einsatzkräfte des Rettungsdienstes mit einer Pistole. Dabei waren die Rettungskräfte angerückt, um ihm zu helfen. Gegen 21 Uhr setzte eine Mutter den …
Heidelberg (pol) – Zu einem tödlichen Verkehrsunfall auf der Bundesstraße B535 zwischen Schwetzingen und Heidelberg kam es am Donnerstagabend (16.03.2017). Ein Mann starb noch vor Ort, zwei Personen wurden schwer verletzt. Der Unfall …
Großenbrode (pm) – Am Mittwochmorgen (15.03.2017) verletzte sich ein Angler an Bord eines Kutters schwer. Während einer Angeltour in der Ostsee vor Fehmarn war der 57-Jährige gestürzt und hatte schwere Verletzungen im Gesicht erlitten. Der …

Lokalisation_580Bremen (rd_de) Ein wichtiger Punkt bei der Anamnese und körperlichen Untersuchung im Rahmen eines Akuten Abdomens ist die möglichst genaue Lokalisation des Schmerzes. Um hieraus richtige Schlussfolgerungen ziehen zu können, sind zumindest grobe anatomische Kenntnisse der Bauchorgane und deren Lage erforderlich.

Verlassen sich die Rettungskräfte nur auf die Lokalisation der Beschwerden, ohne auch andere „bauchfremde” Ursachen in Betracht zu ziehen, können sie leicht in die Irre geführt werden. Ein Schmerz im Mittelbauch kann beispielsweise nicht nur Hinweis auf eine akute Pankreatitis sein, sondern auch bei einer Aortendissektion auftreten.

Drei der folgenden vier Punkte sollten bei akuten Bauchschmerzen vom Rettungsdienst immer abgearbeitet werden. Sinnvollerweise auch in der angegebenen Reihenfolge:

1. Inspektion des Abdomens

Hier interessieren insbesondere Zeichen wie Hämatome als Hinweis auf eine Einblutung, zum Beispiel bei einem stumpfen Bauchtrauma. Aber auch ein stark aufgeblähtes bzw. gespanntes Abdomen kann wertvolle Hinweise liefern.

2. Auskultation

Für die richtige Interpretation ist eine gewisse klinische Erfahrung nötig. Die Darmgeräusche können komplett fehlen, zum Beispiel bei einem paralytischen Darmverschluss, „hochgestellt” sein infolge eines mechanischen Darmverschlusses oder sehr lebhaft sein, beispielsweise aufgrund eines Magen-Darm-Infekts.

Bild1_eDossier2016_Einkaufsberater Stethoskope_neu_100Auskultation und kein Stethoskop zur Hand? Lesen Sie unsere 15 Tipps, wenn Sie ein Stethoskop kaufen wollen! (eDossier)

3. Perkussion und Palpation

Erst als dritter Schritt sollten die Perkussion (Beklopfen) und Palpation des Bauches erfolgen. Beim Perkutieren kann eine Dämpfung zum Beispiel bei Aszites oder eine starke Blähung des Abdomens auffallen. Durch die gezielte Palpation der vier Quadranten kann sowohl ein punktueller Druckschmerz als auch eine Abwehrspannung ertastet werden.

Da die Palpation mitunter sehr schmerzhaft sein kann, sollte sie als letztes erfolgen. So wird eine mögliche reflektorische Abwehrspannung erst am Schluss der Untersuchung provoziert und der Patient nicht von Anfang an in eine schmerzbedingte Anspannung versetzt.

Als optionaler (vierter) Untersuchungsschritt kann im Einzelfall noch die rektaldigitale Untersuchung ergänzt werden. Diese macht in der präklinischen Diagnostik aber nur selten Sinn. Zum Beispiel bei einem handfesten Verdacht auf eine obere gastrointestinale Blutung, um nach Teerstuhl zu suchen. Manchmal kann dies im Zweifelsfall differenzialdiagnostisch helfen, den richtigen therapeutischen Weg einzuschlagen.

(Text: Dr. Philipp Prause, Facharzt für Allgemeinmedizin, Notfallmedizin und Chirotherapie; Symbolfoto: Markus Brändli; 16.03.2017)

Feuer Uni-Klinik DüsseldorfDüsseldorf (rd_de) Aufgrund eines Feuers in der Universitätsklinik Düsseldorf mussten am Mittwoch (15.03.2017) zirka 80 Patienten hausintern verlegt werden. Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit einem Großaufgebot an Kräften im Einsatz.

Nach Angaben der Berufsfeuerwehr Düsseldorf meldeten Mitarbeiter der Uni-Klinik gegen 10:45 Uhr der Leitstelle einen beißenden Brandgeruch im sechsten Obergeschoss der MNR-Klinik. Daraufhin wurden drei Löschzüge, mehrere Sonderfahrzeuge, zwei Führungsdienste sowie der städtische Rettungsdienst zu dem Gebäude alarmiert.

Beim Eintreffen der Feuerwehr erklärten Klinikmitarbeiter, dass der Brandgeruch in mehreren Etagen wahrzunehmen war. Der Einsatzleiter schickte mehrere Löschtrupps in das Gebäude, um nach dem Brandherd zu suchen. Die Suche erwies sich als sehr personal- und zeitintensiv, da über elf Stockwerke die Versorgungsschächte in dem betroffenen Gebäude einzeln kontrolliert werden mussten.

Zeitgleich evakuierte das Klinikpersonal drei Etagen. Knapp 80 Patienten wurden kurzfristig auf andere Stationen verlegt.

Nach einer umfangreichen Erkundung konnte ein Feuer im fünften Obergeschoss festgestellt werden. Es befand sich in einem begehbaren Versorgungsschacht. Es brannte eine Rohrummantelung; das Feuer ließ sich schnell löschen.

Um zu verhindern, dass sich der Brandrauch auf den Stationen verbreitete, ließ der Einsatzleiter mehrere mobile Rauchverschlüsse an den Türen zum Versorgungsschacht installieren. Auch die Bemühungen, den Rauch aus dem Versorgungsschacht zu entfernen, erwies sich als sehr zeitintensiv. Mit zwei elektrischen Hochleistungslüftern gelang es der Feuerwehr schlussendlich.

Der Einsatzleiter der Feuerwehr lobte die gute Zusammenarbeit zwischen dem Klinikpersonal und der Feuerwehr. Dadurch konnte eine effektive Evakuierung der betroffenen Bereiche zügig durchgeführt werden. Einsatzende war nach dreieinhalb Stunden.

(16.03.2017; Symbolfoto: Markus Brändli)

Übung Weilheim bei Fa. Fischer, angenommene Lage: Massenkarambolage auf A8Bremen (rd_de) Die Kommunikation mit Patienten macht einen wesentlichen Teil der Behandlung aus. Eine gelungene Kommunikation entscheidet darüber, welche Informationen der Behandelnde vom Patienten bekommen kann und wie der Patient seine eigene Behandlung erlebt. Der Deutsche Ethikrat hat 2016 empfohlen, eine bessere Arzt-Patienten-Kommunikation sicherzustellen. 10 Tipps zur Kommunikation mit Patienten.

Kommunikation im Rettungsdienst

Was für den behandelnden Arzt gilt, gilt auch für Rettungsdienstmitarbeiter im Umgang mit Patienten. Auch hier spielt die gelungene Kommunikation eine wesentliche Rolle für den Behandlungserfolg. Nur über die aktive Kommunikation mit dem Patienten, das vertrauensvolle Gespräch, kann der Helfer beispielsweise Informationen über Symptome erhalten, erfahren, wie die Schmerzwahrnehmung ist und wie er auf verabreichte Medikamente reagiert. Darüber hinaus kann der Rettungsdienstmitarbeiter mit einer erfolgreichen Kommunikation dem Verunfallten Sicherheit geben. Hierfür muss er im Gespräch mit dem Patienten in eine vertrauensvolle Beziehung  zu ihm treten, ihn über die Behandlung aufklären und so Ängste abbauen.

10 Tipps für eine gelungene Kommunikation mit Patienten

Im folgendem haben wir 10 Tipps zusammengestellt, die zu einer gelungenen Kommunikation zwischen Patient und Rettungsdienstmitarbeiter führen:

  1. Versuchen Sie, sich in die Situation des Patienten zu versetzten. Er hat aller Wahrscheinlichkeit nach Schmerzen, Angst und fühlt sich Ihnen womöglich ausgeliefert.
  2. Der Zugang zum Patienten und sein Vertrauen sind wichtig. Wenn Sie merken, dass Sie einen „schlechten Tag“ haben, lassen sie ihrem Kollegen den Kontakt mit dem Patienten aufbauen.
  3. Konzentration und Eile spielen in vielen Fällen eine sehr wichtige Rolle. Vergessen Sie aber nicht, dass Sie es immer mit einem Menschen zu tun haben. Dieser ist kein Gegenstand, sondern hat emotionale Bedürfnisse.
  4. Wenn der Patient ansprechbar ist, möchte er aller Wahrscheinlichkeit nach auch darüber informiert werden, welche Verdachtsdiagnose gestellte wurde und wie die weiteren Schritte aussehen.
  5. Überfallen Sie den Patienten nicht mit Fragen. Strahlen Sie Ruhe aus, stellen Sie sich vor.
  6. Stellen Sie offene Fragen. Diese animieren den Patienten zum Reden. Fragen mit Ja/Nein-Antworten sind meistens weniger informativ. Ausnahme: der Patient hat Atembeschwerden.
  7. Lassen Sie den Patienten unbedingt ausreden. Sollte er zu ausschweifend oder konfus reden, unterbrechen Sie ihn kurz und versuchen Sie das Gespräch in die richtige Richtung zu lenken.
  8. Sprechen Sie umgangssprachlich mit ihrem Patienten. In den meisten Fällen hat er nicht das Wissen oder die nötige Verfassung, um medizinischen Fachbegriffen zu folgen.
  9. Verwenden Sie keine Suggestivfragen, da sie dem Patienten so Antworten in den Mund legen. Sie wollen authentische Informationen.
  10. Versuchen sie das Thema „kommunikative Kompetenz” auch ihren Kollegen näher zu bringen und zusammen mit diesen zu üben.
Auch das Zuhören kann eine wichtige Funktion in der Behandlung des Patienten haben- Symbolfoto: Markus Brändli

Auch das Zuhören kann eine wichtige Funktion in der Behandlung des Patienten haben. Symbolfoto: Markus Brändli

(Text: Sebastian Sachs, Sozial- und Verhaltenswissenschaftler, Rettungsassistent, freiberuflicher Dozent und ehemaliger Leiter einer Rettungsdienstschule, www.rettungsdienstausbildung.info; Symbolfotos: Markus Brändli; zuletzt aktualisiert: 15.03.2017)

Rettungsdienst StuttgartStuttgart (rd_de) Viele Regionen Baden-Württembergs und nicht zuletzt die Landeshauptstadt Stuttgart haben Probleme, im Rettungsdienst die vorgeschriebene Hilfsfrist einzuhalten. In Stuttgart kommen deshalb zur Spitzenabdeckung anscheinend öfters Krankentransportwagen für Notfälle zum Einsatz mit ungeahnten Konsequenzen.

Die Firma KTS Krankentransport Stuttgart ging jetzt mit einem offenen Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann in die Öffentlichkeit, um auf Missstände im Rettungsdienst hinzuweisen. Hintergrund ist nach Informationen der „Stuttgarter Nachrichten”, dass private Krankentransportunternehmen wie KTS in Stuttgart immer häufiger von der Integrierten Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst (ILS) zu Notfalleinsätzen geschickt werden, anschließend aber auf den Kosten sitzenbleiben.

Wie die Zeitung schreibt, wurden die Teams von KTS im Jahre 2016 zu rund 4.000 Notfalleinsätzen geschickt. Die Krankenkassen scheinen sich aber zu weigern, diese Kosten zu begleichen. KTS droht jetzt damit, an 264 Patienten Privatrechnungen zu verschicken, um die ausstehenden Zahlungen auszugleichen. Gespräche mit den Kassen und dem Innenministerium hätten zu keiner Problemlösung geführt, so KTS, weshalb jetzt der Ministerpräsident zu Hilfe gerufen wird.

(15.03.2017; Symbolfoto: Markus Brändli)

Notfallmedizinisches Ausbildungszentrum der  KreisWirtschaftsBetriebe Goslar Wichernstraße 6 38667 Bad Harzburg Telefon 05322/5534079 Fax 05321/7699795 info-naz@kwb-goslar.de, www.kwb-goslar.de      

Bombendrohung Bayerisch GmainBayerisch Gmain (BRK) Einen Großeinsatz für Freiwillige Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei löste ein etwa 50-jähriger Mann am Dienstag (14.03.2017) in Bayerisch Gmain aus. Der Mann hatte behauptet, in seinem Rollstuhl befände sich Sprengmittel.

Gegen 10:00 Uhr hatte der Mann mit seinem Rollstuhl eine Bankfiliale in dem Ort aufgesucht, um Geld abzuheben. Die Auszahlung der größeren Summe sei dem Mann aber verwehrt worden, teilte die Polizei mit. Daraufhin erklärte der Mann, in seinem Rollstuhl würde sich Sprengmittel befinden und er beabsichtige, eine Explosion auszulösen.

Zunächst wurde die Bank geräumt und das Gelände weiträumig abgesperrt. Im Einsatz waren knapp 50 Polizeibeamte sowie 40 Kräfte des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) und 40 Feuerwehrleute.

Da sich die Ernsthaftigkeit der Drohung nicht erkennen ließ, wurde der Radius von etwa 300 Meter um die Bank gesperrt. Knapp 300 Anwohner waren von den Maßnahmen betroffen und verließen ihre Häuser. Auch eine Schule und ein Kindergarten mussten geräumt werden. Bei einer Klinik und einem Altenheim in der Nähe verzichtete die Einsatzleitung auf diese Maßnahmen. Hier begaben sich die Anwesenden in hintere Räume.

Das BRK hatte zwölf Fahrzeuge an zwei Bereitstellungsräumen südöstlich und nordwestlich der Bank postiert, darunter die Schnell-Einsatz-Gruppen der BRK-Bereitschaften aus dem gesamten Landkreis Berchtesgadener Land und die Sanitätseinsatzleitung mit Unterstützungsgruppe. Die Rettungskräfte richteten in einer Kirche eine Betreuungsstelle für Anwohner ein und brachten einen Anwohner ins Krankenhaus.

Gegen 15:40 Uhr brachte die Polizei einen Roboter zum Einsatz, mit dem der Rollstuhl untersucht werden konnte. Nachdem auf diesem Wege keine Auffälligkeiten festzustellen waren, begutachteten die Beamten den Rollstuhl unmittelbar. Kurze Zeit später konnte Entwarnung gegeben werden.

Der Rollstuhlfahrer wurde vernommen. Gegen ihn werden jetzt strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen.

(15.03.2017; Foto: BRK BGL)

Kinder_580Bremen (rd_de) Vater oder Mutter müssen vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht werden. Das oder die minderjährigen Kinder wären danach allein zu Haus. Wie sollte die Leitstelle reagieren?

„In einer solchen Situation erscheint es sinnvoll, das Jugendamt zu informieren”, empfiehlt die Juristin Nicole Kreutz im aktuellen Rettungs-Magazin (Ausgabe 2/2017). Wird der Erwachsene in ein Krankenhaus gebracht oder stirbt und ist sonst niemand vor Ort, der sich um das Kind kümmern kann, darf das Jugendamt nach Paragraf 4 Absatz 3, Absatz 1 Nummer 1 des Gesetzes zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG) benachrichtigt werden. Der Disponent würde dadurch also nicht gegen seine Verschwiegenheitspflicht verstoßen.

Eine ähnliche Situation kann entstehen, wenn im Einsatz Menschen angetroffen werden, die zu verwahrlosen drohen. Hier darf das Sozialamt benachrichtigt werden. Eine spezialgesetzliche Grundlage gibt es hier allerdings nicht. Ein Eingreifen kann daher nur auf Paragraf 34 StGB (rechtfertigender Notstand) gestützt werden.

Titel-2_2017_100Mehr zum Thema „Recht für Leitstellenmitarbeiter” im aktuellen Rettungs-Magazin (2/2017). Jetzt im Handel oder versandkostenfrei in unserem Online-Shop bestellen.

(Text: Nicole Kreutz, Juristin und ehemalige Staatsanwältin; Symbolfoto: Techniker Krankenkasse; 14.03.2017)

Reizgas, CS-Gas, PfeffersprayZirndorf/Bremen (rd_de) Reizgas (Pfefferspray, CS-Gas) scheint immer häufiger im Spiel zu sein, wenn Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst wegen undefinierbaren Gasgeruchs in öffentliche Gebäude gerufen werden. Offizielle Statistiken, wie viele Sprays mit Reizgas im Umlauf sind, gibt es nicht. Medienberichte vermitteln allerdings den Eindruck, dass der Absatz der problemlos im Internet zu beziehenden Aerosole im Laufe des letzten Jahres rapide zugenommen hat.

Zuletzt sorgte ein Einsatz am Montag (13.03.2017) in Zirndorf bei Fürth bundesweit für Schlagzeilen. Vermeintlicher Gasgeruch hatte an einer Realschule für einen umfangreichen Einsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei gesorgt.

Gegen 09:00 Uhr verständigte der Schulleiter die Feuerwehr. Gemeldet wurde laut Polizei ein nicht näher zu definierender Geruch, der in zwei Treppenhäusern der Schule festgestellt worden war.

Nachdem mehrere Schüler über Atemwegsreizungen klagten, wurde der Schulbetrieb vorübergehend eingestellt und das Schulgebäude geräumt. Bezüglich eines zunächst angenommenen Gasalarms konnte schnell Entwarnung gegeben werden, teilte die Polizei mit. Die Schule ist nicht an das Gasnetz angeschlossen.

Einsatzkräfte der Feuerwehr überprüften auch die übrigen Räumlichkeiten der Schule. Hierbei konnten keine weiteren Atemluftverunreinigungen festgestellt werden. Die beiden betroffenen Treppenhäuser wurden von der Feuerwehr gelüftet. Der Schulbetrieb konnte schließlich gegen 10:00 Uhr wieder fortgesetzt werden.

Etwa 80 Schüler, die über Atemwegsbeschwerden klagten, wurden vom Rettungsdienst vor Ort betreut. 20 Schüler mussten im Anschluss zur weiteren medizinischen Überprüfung in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei geht davon aus, dass eine unbekannte Person in den beiden Treppenhäusern ein derzeit nicht näher bestimmbares Reizgas freisetzte. Die Polizeiinspektion Zirndorf nahm Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung auf.

Großeinsätze aufgrund von Reizgas

Pfefferspray: Wirkung und Gefahren

In den unscheinbaren Spraydosen mit Pfefferspray befindet sich Oleoresin Capiscum, einer Mixtur aus Paprika, Chili und Cayenne-Pfeffer. Wird ein Mensch von einem solchen Sprühstrahl getroffen, erleidet er eine Reizung der Schleimhäute und Atemwege. Weitere Begleiterscheinungen können Orientierungslosigkeit, Panik und Schock sein. Gelangt Oleoresin Capiscum beispielsweise in die Augen, verspürt der Betroffene einen stechenden Schmerz. Die Bindehäute röten sich, und die umliegende Haut schwillt an. Schlagartig setzt massiver Tränenfluss ein.

Die Tageszeitung „Welt” hatte 2016 in einem Beitrag erläutert, wie scharf Pfefferspray ist. Gemessen wird Schärfe demnach in Scoville-Einheiten. Der Schärfegrad von Tabasco-Sauce beträgt demnach 1.500 Einheiten. Pfefferspray, wie er für jedermann im (Online-)Handel erhältlich ist, weist im Gegensatz dazu 2,5 Millionen Scoville auf und wird als Sprühstrahl in deutlich größerer Menge von einer Person aufgenommen als wenige Tropfen Tabasco-Sauce.

CS-Gas: Die Substanz im Tränengas

Ein weiteres Reizgas, das juristisch gesehen genau wie Pfefferspray nur in einer tatsächlichen Notwehr-Situation eingesetzt werden darf, ist CS-Gas. CS steht für 2-Chlorbenzylidenmalonsäuredinitril und kommt hauptsächlich als Tränengas zum Einsatz. Auch hier ist eine klassische Wirkung die Reizung der Schleimhäute und Atemwege.

Die Folgen eines Reizgas-Angriffs sind für Patienten sehr unangenehm. In der Regel müssen die Betroffenen zumindest vor Ort vom Rettungsdienst, zum Teil aber auch kurzfristig in einer Klinik versorgt werden. Die Wirkung des Stoffs kann bis zu einer Stunde anhalten. Meist wird versucht, die Augen mit Wasser auszuspülen, um dem Patienten so etwas Linderung zu verschaffen.

Schwerwiegende gesundheitliche Schäden sind gleichwohl nicht auszuschließen. Denkbar sind Hornhautschädigungen am Auge, langwierige Entzündungen und vorübergehende Erblindung. Asthmatikern drohen massive Atemprobleme bis hin zum Atemstillstand.

(Text: Lars Schmitz-Eggen; Symbolfoto: Dan Race/fotolia.com; 14.03.2017)

Hamburg (ots) – Auf einer Baustelle in Hamburg-Lurup kam es am Montag (13.03.2017) gegen 13:00 Uhr zu einem schweren Arbeitsunfall.

Der Rettungsleitstelle der Feuerwehr Hamburg wurde berichtet, dass ein Arbeiter aus größerer Höhe abgestürzt war. Daraufhin wurden ein Rettungswagen, ein Notarztfahrzeug sowie ein Löschfahrzeug zur Einsatzstelle alarmiert.

Vor Ort versorgten die Einsatzkräfte einen Mann, der aus sechs Meter Höhe in die Tief gestürzt war. Ein Notarzt diagnostizierte bei dem Patienten ein Polytrauma und begleitete den anschließenden Transport in ein nahegelegenes Krankenhaus.

Insgesamt seien nach Angaben der Feuerwehr zehn Einsatzkräfte vor Ort im Einsatz gewesen.

(14.03.2017; Symbolfoto: Markus Brändli)

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