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Mainz (BF) Zwei Sportboote sind am Montagabend (26.06.2017) auf dem Rhein bei Mainz zusammengestoßen. Mehrere Insassen wurden verletzt.

Auf dem Rhein bei Mainz waren am Montagabend zahlreiche Personen mit Booten unterwegs, um das Feuerwerk anlässlich des Volksfests „Johannisnacht“ zu beobachten. Im Anschluss beschleunigten zwei Fahrer ihre Sportboote und kollidierten miteinander.

Der Zusammenstoß war so stark, dass zwei Besatzungsmitglieder verletzt wurden. Eines der Boote war stark beschädigt und drohte zu sinken.

Das DLRG und die Feuerwehr waren mit mehreren Einsatzbooten zur Sicherung der Veranstaltung vor Ort. Die Besatzung des DLRG-Bootes hatte den Knall der Kollision bemerkt. Sie informierten die Feuerwehr und nahmen die Verletzten an Bord. Am Ufer angelangt, übernahmen Einsatzkräfte des Rettungsdienstes die weitere medizinische Versorgung. Anschließend wurden die Betroffenen in Krankenhäuser gebracht.

Die Berufsfeuerwehr Mainz nahm währenddessen den Havaristen in die Mitte zweier Feuerwehrboote und schleppte ihn in den Hafen.

(27.06.2017; Fotos: Polizei Rheinland-Pfalz)

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Peripheral venous catheter in the vein of human handBremen (rd_de) Neue Antikoagulantien wie Xarelto, Pradaxa oder Eliquis bilden seit einiger Zeit eine Alternative zu Marcumar. Was aber gilt es zu beachten bei solch einem Blutverdünner? Medikamente dieser Art erhöhen vor allem die Blutungsneigung. Daran ändert auch der Marcumar-Ersatz nichts.

Neue Antikoagulantien: Durch deren zunehmende Verordnung ist die Situation für den Notarzt und Rettungsdienst unübersichtlich geworden. Die Namen und Besonderheiten für den Marcumar-Ersatz sind keinesfalls schon jedem geläufig.

Zu unterscheiden sind beim Thema (Neue) Antikoagulatien die drei Gruppen der Blutverdünner-Medikamente:

  • Thrombozytenaggregationshemmer wie zum Beispiel ASS (Aspirin), die die Zusammenlagerung der Thrombozyten erschweren,
  • Marcumar, das die Wirkung der Blutgerinnungsfaktoren herabsetzt, und
  • Marcumar-Ersatz wie Xarelto, Pradaxa oder Eliquis.
Marcumar-Ausweis. Foto: Herbert Mannel

Marcumar-Ausweis. Foto: Herbert Mannel

Neue Antikoagulantien wie Xarelto (Rivaroxaban) oder Eliquis (Apixaban) hemmen den Blutgerinnungsfaktor X und führen so zu einem sicheren Thromboseschutz. Der Effekt im Blut lässt sich allerdings nicht wie bei Marcumar mittels Quick- bzw. INR-Wert messen. Auch die Gabe von Konakion als extern zugeführter Blutgerinnungsfaktor ist in diesem Fall wirkungslos. Bei akuter Blutung müssen insofern auch bei Marcumar-Ersatz-Medikamenten Blutgerinnungsfaktoren gegeben werden. Dasselbe gilt für Pradaxa (Dabigatran), das den Blutgerinnungsfaktor II hemmt.

Hintergründe und Hinweise zu den Aspekten Blutgerinnung, Thromboseschutz, neue Antikoagulantien und Therapie bei akuter Blutung finden Sie in unserem eDossier „Neue Antikoagulantien: der Marcumar-Ersatz”, das Sie hier herunterladen können!

(Text: Dr. Gerald Bandemer, Anästhesist und Notarzt, Ärztlicher Leiter DRF-Luftrettungszentrum in Bremen; Symbolfoto: fotolia/Patryk Kosmider; zuletzt aktualisiert: 26.06.2017) [1200]

Neue-AntikoagulantieneDossier „Neue Antikoagulantien: der Marcumar-Ersatz”
Umfang: 6 Seiten
Dateigröße: ca. 1,2 MB/PDF-Format
Ein Beitrag aus Rettungs-Magazin 5/2014

München (pol) Ein selbst ernannter „Diakon” hat am Freitag (23.06.2017) in München eine 20-Jährige durch eine „Teufelsaustreibung” verletzt. Rettungsdienst und Notarzt retteten die Frau.

Die 20-jährige Eritreerin hatte laut Polizei seit längerer Zeit psychische Probleme. Ihr 25-jähriger Cousin brachte sie darum zu einem 23-jährigen Eritreer nach München. Dieser bezeichnet sich als „Diakon” und sollte einen Exorzismus bei der Frau durchführen.

Als am Freitag ein Bewohner einer Obdachlosenunterkunft aus dem Zimmer des „Diakons” Schreie und Kampfgeräusche vernahm, verständigte er die Heimleitung. Die Heimleitung verschaffte sich daraufhin Zugang zu dem Raum. Darin befanden sich ein 21-Jähriger, der Cousin und der „Diakon”. Sie hielten die 20-Jährige am Boden fest, gossen ihr Wasser in den Mund und zitierten Bibelverse.

Die Frau soll sich gegen die „Behandlung” gewehrt und dabei die Augen verdreht haben. Rettungsdienst, Notarzt und die Polizei wurden alarmiert.

Die Einsatzkräfte begannen nach ihrem Eintreffen mit der medizinischen Versorgung der Eritreerin. Nachdem die Frau stabilisiert war, wurde sie zur weiteren Betreuung in die Polizeiinspektion gebracht. Dort angekommen, begann sie plötzlich zu schreien und entwickelte eine Impulskontrollstörung. Einsatzkräfte transportierten sie daher in ein Münchner Krankenhaus zur ärztlichen Behandlung.

(26.06.2017; Symbolfoto: jclk8888/pixabay.com)

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TECC_290Offenbach/Queich (rd_de) Taktische Verwundetenversorgung in Terror-Lagen: Auch in Deutschland fragen sich Rettungskräfte, wie bzw. ob sie auf solch eine Situation vorbereitet sind. Die Akademie des Deutschen Berufsverbandes Rettungsdienst (DBRD) vermittelt seit 2015 in einem zweitägigen Kurs das erforderliche Know-how.

Tactical Emergency Casualty Care-Guidelines” (TECC) nennt sich ein Konzept, das die DBRD-Akademie ihren Kursteilnehmern näherbringt. Es leitet sich aus militärischen Versorgungsstrategien der US-Army ab (TCCC Tactical Combat Casualty Care) und wurde unter anderem für zivile Rettungsdienste sowie Feuerwehren modifiziert. Es handelt sich insofern um in der Praxis bewährte Leitlinien, keine starren Protokolle.

TECC: Taktische Verwundetenversorgung

„Gerade die Erfahrungen, die während der Anschläge um den Boston-Marathon gemacht wurden, haben gezeigt, dass IEDs (improvisierte Sprengkörper) auch außerhalb militärischer Gefechtszonen zu finden sind”, erklärt Marco K. König, 1. Vorsitzender des DBRD und Nationaler Koordinator TCCC Deutschland. Deshalb wolle man mit den TECC-Kursen auch taktisch nicht ausgebildetes Rettungsfachpersonal ansprechen. Die zivilen Notärzte, Notfallsanitäter und Rettungsassistenten unterstützen die Polizei vielfach in solchen Lagen und sind für die Versorgung der Verletzten zuständig. Deshalb lernen die Teilnehmer, wie sie in diesen speziellen Situationen adäquat zu reagieren haben und medizinisch lebensrettende Maßnahmen durchführen können (taktische Wundversorgung).

Die Teilnehmer des TECC-Kurses lernen, wie sie in Gefahrenlagen adäquat zu reagieren haben und medizinisch lebensrettende Maßnahmen durchführen können. Foto: DBRD

Die Teilnehmer des TECC-Kurses lernen, wie sie in Gefahrenlagen adäquat zu reagieren haben und medizinisch lebensrettende Maßnahmen durchführen können. Foto: DBRD

Zum Lehrstoff gehört unter anderem:

  • Verwundete aus der Gefahrenzone retten.
  • Blutstillung mittels Tourniquet.
  • Durchführung eines adäquaten Atemwegsmanagements bis hin zur Koniotomie.
  • Versorgung von Thoraxverletzungen bis hin zur Entlastungspunktion.
  • Einsatz von Hämostyptika und Packing zur Blutungskontrolle.
  • Etablierung eines adäquaten Zuganges (i.v./i.o.) und Bestückung.
  • Management des hämorrhagischen Schocks (Volumengabe, Gabe von Tranexamsäure).
  • Therapiestrategien: Gabe von Analgetika, Antibiotika.
  • Evakuierung und zielgerichteter Abtransport.

Das Board der National Association of Emergency Medical Technicians (NAEMT) führe die TECC-Kurse unter der Schirmherrschaft ihres PHTLS-Programms durch. Die Teilnehmer des Kursformats würden nach den laufend aktualisierten TECC-Guidelines ausgebildet und trainiert, heißt es auf der Website der DBRD-Akademie.

„Der Kurs kombiniert auf diese Weise die Prinzipien von PHTLS und TCCC mit den TECC-Guidelines und den Empfehlungen aus dem ‚Hartford Consensus Document‘ zu Amok- und Scharfschützenlagen”, erläutert König.

Weitere, ähnlich gelagerte Kurse bieten in Deutschland zum Beispiel folgende Institutionen an:

Tactical Rescue & Emergency Medicine Association (TREMA),
Sanitätsschule Nord,
Trainingszentrum für Erste Hilfe & Notfallmedizin, Hamburg,
Tactical Responder,
CTC Medical.

(Text: Lars Schmitz-Eggen, Rettungsassistent, Chefredakteur www.rettungsdienst.de; Symbolfotos: DBRD; zuletzt aktualisiert: 23.06.2017)[1184]

Bremen (rd_de) Gewitter und Sturmböen suchten am Donnerstag (22.06.2017) und in der Nacht zu Freitag (23.06.2017) vor allem den Norden und Osten Deutschlands heim. Zwei Menschen kamen bei dem Unwetter in Niedersachsen ums Leben.

Im Landkreis Uelzen starb mittags ein 50 Jahre alte Insasse eines Pkw durch einen stürzenden Baum. Der Mann wollte gegen 12:45 Uhr in Holdenstedt zusammen mit seiner Frau in seinem Wagen auf einem Parkplatz das Unwetter abwarten. Mehrere Windböen knickten in der Nähe diverse Bäume um. Eine etwa 60 cm dicke Eiche stürzte dabei auf den Pkw des Ehepaares. Die Frau erlitt leichte Verletzungen. Ihr Mann starb jedoch im Fahrzeug. Die Bemühungen des Rettungsdienstes waren vergeblich; die Feuerwehr konnte den 50-Jährigen nur noch tot aus dem Wrack bergen.

Auf der Bundesstraße 244 ereignete sich zwischen Wittingen und Hankensbüttel im Landkreis Gifhorn aufgrund des Unwetters ein tödlicher Verkehrsunfall. Eine 83-Jährige war gegen 13:40 Uhr Richtung Hankensbüttel unterwegs. In der Gemarkung Alt Isenhagen stieß sie mit einem kurz zuvor umgestürzten Baum zusammen. Dieser hing aufgrund des Unwetters etwa einen Meter schräg über der Fahrbahn. Durch die Kollision des Wagens mit dem Baum wurde die gesamte Dachpartie des Fahrzeugs eingedrückt. Der Wagen kam einige Meter nach dem Zusammenstoß zum Stehen.

In Kassel-Oberzwehren (Hessen) schlug am Donnerstagabend gegen 20:50 Uhr ein Blitz in den Schornstein eines Mehrfamilienhauses ein. Herabfallende Trümmerteile trafen eine vor dem Haus stehende Frau. Die 69-Jährige erlitt leichte Verletzungen und konnte nach ambulanter Versorgung durch eine RTW-Besatzung entlassen werden.

Da auch der Bahnverkehr in vielen Teilen Nord- und Ostdeutschlands gestört war, mussten viele Reisende in den Zügen und auf Bahnhöfen ausharren. Hilfsorganisationen wie das DRK versorgten die Menschen. Am Bremer Hauptbahnhof beispielsweise waren nach Angaben der Feuerwehr Bremen zeitweise rund 600 Reisende gestrandet, da beinahe alle ICE-Strecken unbefahrbar waren. Die Schnell-Einsatz-Gruppe „Betreuung” des DRK KV Bremen unterstützte die Deutsche Bahn bei der Versorgung der Reisenden, bis die Weiterreise oder eine Übernachtungsmöglichkeit organisiert werden konnte.

(23.06.2017; Symbolfoto: blitzmaerker/pixabay.com)

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Bei der Veranstaltung auf dem Marktplatz in St. Wendel lernten Zuschauer unter dem Stichwort „Prüfen, Rufen, Drücken ein Leben retten”, was bei einem Kreislaufstillstand zu tun ist.

St. Wendel (ZRF) Mit dem Rettungsdienst-Info-Mobil („Rudi”) will der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar (ZRF Saar) der Öffentlichkeit einen einfachen Zugang zur Ersten Hilfe schaffen.

„Rudi” soll dabei helfen, den Menschen die Angst vor der Ersten Hilfe zu nehmen. Bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt geht immer noch zu viel Zeit verloren, weil Warnzeichen unterschätzt werden und nur zögerlich gehandelt wird (wir berichteten).

„Rudi” soll das ändern. Um einfache Kenntnisse zu vermitteln, ist das Fahrzeug ausgestattet mit Infomaterial, Bildschirm, Pavillons, Info-Tafeln und Übungsphantomen. „Rudi” wird in den kommenden Monaten auf Veranstaltungen in jedem Landkreis des Saarlandes auftreten. Neben der Vermittlung von Erste-Hilfe-Maßnahmen werden auf den Veranstaltungen auch die örtlichen Hilfsorganisationen vorgestellt.

Vergangenen Mittwoch (14.06.2017) war das umgebaute RTW auf seinem ersten Einsatz in St. Wendel. ZRF-Verbandsvorsteher Udo Recktenwald stellte „Rudi” dort vor und trainierte mit seinem Publikum die Reanimation an Übungspuppen.

(22.06.2017; Foto: ZRF Saar)

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Essen (rd_de) Ein Kurzschluss im Elektroanschlusskasten eines Mehrfamilienhauses in Essen hat am Mittwoch (21.06.2017) zu mehreren Verletzten geführt.

Während Sanierungsarbeiten im Haus kam es nach Aussagen der Polizei zu einem Kurzschluss. Kurz darauf strömte Rauch in das Treppenhaus. Anwohner setzten einen Notruf ab.

Bei Eintreffen von Feuerwehr, Rettungsdienst und einem NEF, befanden sich mehrere Bewohner bereits im Freien. Ein Ehepaar hatte sich in die eigene Wohnung zurückgezogen und war dort vor dem Qualm sicher.

Der Notarzt und die Kräfte des Rettungsdienstes übernahmen die medizinische Betreuung der Betroffenen. Sie stellten bei einem der Arbeiter Folgen eines Stromschlags und bei sechs Bewohnern eine Rauchvergiftung fest. Alle Patienten wurden in ein Krankenhaus gebracht. Währenddessen löschte die Feuerwehr den Brand mithilfe von Kohlendioxid.

(22.06.2017; Symbolfoto: M. Brändli)

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München (rd_de) Die Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte (agbn) sieht große Chancen dafür, das Leben tausender Menschen zu retten. Unter der Devise „Drücken bis der (Not-)Arzt kommt“ sollen Bürger dazu bewegt werden, im Notfall Herzdruckmassagen anzuwenden.

So würden derzeit lediglich 37 Prozent der unmittelbaren Zeugen eines Kreislaufstillstands Reanimationsversuche vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes unternehmen. Doch mit jeder Minute, in der keine Wiederbelebungsmaßnahmen erfolgen, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit des Patienten um zehn Prozent.

Gründe für die unterlassene Hilfeleistung seien häufig Angst davor, etwas falsch zu machen, oder Ekel vor der Atemspende. Zu Beginn eines Kreislaufstillstandes sei es am wichtigsten, die Herzdruckmassage durchzuführen. Die Mund-zu-Mund Beatmung kann dann durch hinzugezogene Ersthelfer durchgeführt werden. Setzt man außerdem einen Notruf über „112″ ab, können die Disponenten der Leitstelle Hilfestellung im Rahmen einer Telefonreanimation anbieten. Juristische Folgen für Erste-Hilfe-Maßnahmen sind anders als bei unterlassener Hilfeleistung nicht zu befürchten.

Selbst ohne Wissen, wie eine Herzdruckmassage durchgeführt wird, werde in 80 Prozent der Wiederbelegungsmaßnahmen von Laien eine wirksame Herzkompression erreicht.

Wer Erste Hilfe lernen oder sein Wissen auffrischen möchte, kann dies in der Regel bei Kursangeboten aller Hilfsorganisationen tun. „Entsprechende Kurse sollten ebenso an Schulen, am Arbeitsplatz oder auch in Vereinen angeboten und genutzt werden, um Wiederbelebungsmaßnahmen zu erlernen und die Scheu vor dem Helfen zu nehmen“, appelliert  Dr. Max Kaplan, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK), an Unentschlossene.

(21.06.2017; Symbolfoto: M. Brändli)

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Bremen (rd_de) Ein zerebraler Krampfanfall ist oft ein Grund, weshalb der Rettungsdienst alarmiert wird. In den meisten Fällen ist Epilepsie die Ursache. Was ist Epilepsie aber genau? Und welche anderen Ursachen kommen für einen zerebralen Krampfanfall in Betracht?

Ist von einem epileptischen Krampfanfall die Rede, wird dieser Begriff häufig unscharf verwendet. Er dient Laien als genereller Sammelbegriff für das Einsatzstichwort „Zerebraler Krampfanfall”. Dabei ist bei Weitem nicht immer die klassische Epilepsie der Auslöser für dieses eindrucksvolle Notfallgeschehen. Zunächst müssen die verschiedensten Krankheiten, Fehlbildungen und Traumata als ursächlich differenziert werden. Erst dann kann zum Beispiel von einem epileptischen Krampfanfall gesprochen werden.

Zerebraler Krampfanfall: was ist Epilepsie?

Bei der Epilepsie handelt es sich um die auch in der Bevölkerung bekannteste Erkrankung in Zusammenhang mit dem Auftreten von zerebralen Krampfanfällen.

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Anfallsabläufe. Bei wiederholten Anfällen desselben Patienten lassen sich aber meist die gleichen Anfallsmuster erkennen. Die Diagnose wird unter anderem durch die genaue Anamnese, ergänzt durch apparative Diagnostik gestellt.

Bei der Erfragung der Krankheitsgeschichte spielt vor allem die Fremdanamnese eine große Rolle, da die Patienten bei einem generalisierten Krampfanfall in der Regel keine Angaben über den exakten Hergang, die Dauer und die genaue Ausprägung machen können. Diese Angaben sind aber für die präzise Eingrenzung von großer Bedeutung.

Mehr Hinweise zum Thema „Zerebraler Krampfanfall” erfahren Mitarbeiter des Rettungsdienstes in unserem eDossier „Zerebraler Krampfanfall”.

(Text: Dr. Philipp Prause, Facharzt für Allgemeinmedizin, Notfallmedizin und Chirotherapie; Symbolfoto: Markus Brändli; zuletzt aktualisiert: 21.06.2017) [1164]

eDossier „Zerebraler Krampfanfall”
• Umfang: 7 Seiten
• Dateigröße: ca. 1,2 MB/PDF-Format
• Ein Beitrag aus Rettungs-Magazin 3/2015

Blankenfelde-Mahlow (pol) Gerätebatterien, wie sie zum Beispiel für Fernbedienungen benötigt werden, haben am Montag (19.06.2017) in einer Drogerie bei Berlin zu einem Rettungseinsatz geführt. Die Batterien gerieten in Brand und 17 Personen erlitten Atemwegsbeschwerden.

Augenzeugen berichteten laut Polizei, dass es plötzlich zu mehreren kleinen Explosionen gekommen sei. Ein Mitarbeiter der Filiale fand zwei brennende Batteriepackungen vor und trug die stark rauchenden Kleinpackungen ins Freie.

Währenddessen setzten Augenzeugen einen Notruf ab. Die Leitstelle alarmierte den Rettungsdienst mit mehreren RTW und NEF.

Als die Einsatzkräfte eintrafen, fanden sie verletzte Mitarbeiter und Kunden der Drogerie mit Atemwegsbeschwerden vor, darunter drei Säuglinge. Die Kräfte übernahmen die medizinische Erstversorgung und brachten die Betroffenen anschließend in Krankenhäuser.

(21.06.2017; Symbolfoto: M. Brändli)

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Hamburg (rd_de) Die Aufgabe der Sondereinsatzgruppe Höhenrettung (SEGH) der Hamburger Berufsfeuerwehr ist es, Patienten an extremen Plätzen zu versorgen und in Sicherheit zu bringen. Eine reizvolle Aufgabe, wird sich mancher denken. Allerdings ist nicht jeder Feuerwehrmann für diesen Job geeignet.

Deshalb müssen angehende Höhenretter in Hamburg wie vermutlich auch andernorts zunächst einen Eignungstest absolvieren. Dabei ist die Höhentauglichkeit mit frei hängen und frei klettern bis 20 Höhenmetern genauso nachzuweisen wie technisches Know-how für Material und Ausrüstung.

„Das ist für die Feuerwehrkräfte meist kein Problem”, weiß Ausbilder Michael Sprotte. „Die Höhentauglichkeit bis 30 Meter ist für jeden Feuerwehrmann ja Grundvoraussetzung, genauso wie technisches Verständnis.”

Bevor sich die Feuerwehrleute für die SEGH bewerben können, muss die Ausbildung zum Rettungsassistenten bzw. Notfallsanitäter abgeschlossen sein. Während dieser Zeit sind die jungen Feuerwehrleute bereits über zwei Jahr im Dienst und meist an ihrer zweiten Wachstation im Einsatz.

„Damit ist die medizinische Versorgung Verunglückter durch die Höhenretter vor Ort sichergestellt, da nicht immer davon ausgegangen werden kann, dass bodengebundene Rettungsdienstler und Notärzte nach oben vorrücken können”, erklärt Michael Sprotte.

Sind für die Bewerber alle Voraussetzungen erfüllt und der Eignungstest geglückt, heißt es zunächst: warten. Und zwar bis zum jährlich stattfindenden Höhenretter-Lehrgang. Die Grundausbildung findet an der Landesfeuerwehrschule Hamburg statt.

„Die Zahl der zugelassenen Teilnehmer richtet sich nach dem anstehenden Bedarf”, schildert der Ausbilder. Entsprechend der Vorgaben der IBK Heyrothsberge umfasst die Grundausbildung 80 Stunden. Die Inhalte gelten bundesweit und basieren auf den internationalen Richtlinien der „European Union Special Rescue” (EUSR).

Mehr über die Höherretter der Feuerwehr Hamburg im nächsten Rettungs-Magazin. Ab 30. Juni 2017 im Handel oder versandkostenfrei in unserem Online-Shop bestellen.

„Es gibt den theoretischen Part mit Ausrüstungserklärung, Geräteeinweisung, Knotentechniken, Anleitung zum Arbeiten und Hängen im Seil sowie die rettungsdienstlichen Aspekte mit Hängetrauma, orthostatischem Schock und Hock-Kauerstellung”, zählt Michael Sprotte auf.

Und es gibt den praktischen Teil am Objekt. Da werden außerhalb der Landesfeuerwehrschule die theoretisch erlernten Techniken an einem Hochhaus, Baukran oder Funkmast in bis zu 80 Meter Höhe trainiert.

„Aufseilen, abseilen, Sicherungstechniken, Patientenversorgung in luftiger Höhe, frei hängender Patiententransport das alles sind die klassischen Trainingsinhalte der Höhenrettung”, erklärt der Ausbilder. „Für die Tiefenrettung kommen spezielle Techniken wie der Aufbau von Flaschenzügen hinzu.”

(Text und Foto: Bernd Burschewski; 20.06.2017)[1121]

Bad Reichenhall (BRK) Der Aufmerksamkeit mehrerer Frauen hat es ein 71-jähriger Schwimmer zu verdanken, dass er einen medizinischen Notfall beim Schwimmen im Abtsee (Berchtesgadener Land) überlebte.

Wie das Bayerische Rote Kreuz mitteilte, ereignete sich der Badeunfall am Montag (19.06.2017) gegen 11.50 Uhr. Ein Ehepaar, das ein Freizeitgelände besuchte, begab sich zum Schwimmen in den See. Noch im Uferbereich verlor der 71-Jährige plötzlich das Bewusstsein und ging unter.

Zwei Ersthelferinnen und die Ehefrau des Mannes bemerkten den Notfall. Da der Mann ein Schwimmbrett am Arm festgebunden hatte, konnte er obwohl er bereits deutlich unter Wasser war sofort geortet und aus dem Wasser gezogen werden.

Eine weitere fachkundige Ersthelferin begann am Ufer sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen und setzte einen Notruf ab.

Der Rettungsdienst übernahm die weitere Versorgung des 71-Jährigen. Das Team von „Christoph 14″ flog ihn anschließend ins Klinikum nach Traunstein. Der BRK-Kriseninterventionsdienst wurde zur Betreuung der Ehefrau nachalarmiert.

(20.06.2017; Symbolfoto: BRK BGL)

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Bremen (rd_de) Aufgepasst! Bei der großen AboPlus Sommeraktion 2017 des Rettungs-Magazins gibts was zu gewinnen!

Wer sich jetzt für ein AboPlus des Rettungs-Magazins entscheidet, nimmt automatisch an der Verlosung von coolen Sitzsäcken teil. Unsere Aktion läuft noch bis zum 08.09.2017, und jeden Monat verlosen wir drei blaue Sitzsäcke der Firma SeatZacs. Die Ziehung der Gewinner erfolgt am 17.07.2017, 15.08.2017 sowie 11.09.2017. Die Gewinner werden von uns anschließend schriftlich informiert. Also jetzt schnell ein AboPlus des Rettungs-Magazins abschließen und mit etwas Glück einen SeatZac gewinnen.

Was ein AboPlus des Rettungs-Magazins ist? Man erhält neben dem gedruckten Exemplar des Rettungs-Magazins die jeweilige Ausgabe zusätzlich auch noch in digitaler Form. Das heißt, man kann das Rettungs-Magazin nicht nur wie gewohnt als gedruckte Ausgabe lesen. Zusätzlich hat man die Zeitschrift jederzeit zum Beispiel auf seinem Smartphone oder Tablet dabei und kann sie außerdem noch platzsparend archivieren. Ist das nicht bequem?

Wer sich jetzt für ein AboPlus des Rettungs-Magazins entscheidet, erhält zusätzlich zwei kostenlose Ausgaben, bevor das Abonnement offiziell startet. Außerdem schicken wir jedem Neu-Abonnenten des AboPlus zusammen mit der Bestellbestätigung einen Fotobuch-Gutschein von Pixum im Wert von 10 EUR.

(20.06.2017)

Aufgabenverteilung_Rettungsdienst_Notfallsanitäter_IIBremen (rd_de) – An einer Einsatzstelle treffen oftmals verschiedene Kräfte und Einheiten aufeinander. Nicht immer kennt man sich; die Aufgabenverteilung zwischen den Einsatzkräften ist mitunter unklar: Welche Aufgaben sollte beispielsweise ein Notfallsanitäter bzw. Rettungsassistent übernehmen, und welche kann auch ein Rettungssanitäter bewältigen? Die Antworten erhalten Sie hier.

Hapert es mit der Absprache im Team, fehlt gar eine abgestimmte Aufgabenverteilung, gefährdet das den Einsatzerfolg. Die Einsatzkräfte arbeiten dann möglicherweise neben- statt miteinander. Das Vorgehen und die einzelnen Maßnahmen werden untereinander nicht abgeglichen.

Schnell können solche Situationen entstehen, wenn verschiedene Einheiten erstmalig an einer Einsatzstelle zusammentreffen. Unter den besonderen Bedingungen eines medizinischen Notfalls zusammenzuarbeiten, ohne die Fähigkeiten und Qualifikationen des anderen zu kennen, ist schwierig. Gleichwohl ist es ein alltägliches Problem. Grund: Unterschiedliche Rettungsmittel und Rettungsfachkräfte treffen von verschiedenen, räumlich getrennten Standorten an der Einsatzstelle aufeinander: Besatzungen von Rettungsfahrzeugen und -hubschraubern, Voraushelfer, Feuerwehrkräfte und beispielsweise Polizeibeamte.

Für den Erfolg des Einsatzes und insbesondere für die Versorgungsqualität der Notfallpatienten ist es wichtig, dass eine eindeutige Aufgabenverteilung zwischen den Rettungskräften hergestellt wird.

Aufgabenverteilung: Wer ist wofür zuständig?

Bereits zu Dienstbeginn klärt das Rettungsteam unter sich, wer welche Aufgaben übernimmt und wofür der einzelne zuständig ist. Mitunter ergibt sich die Einteilung bereits aufgrund der Qualifikation. So ist der Rettungsassistent oder künftig der Notfallsanitäter für die korrekte Durchführung der geforderten Tests gemäß Medizinproduktgesetz, die Überprüfung der Vollständigkeit der Ausstattung sowie die Schichtanmeldung bei der Leitstelle verantwortlich.

Der Rettungssanitäter kümmert sich um die Verkehrssicherheit des Rettungsfahrzeugs. Er inspiziert den Rettungswagen während eines Rundgangs äußerlich. Dabei achtet er vor allem auf mögliche Schäden oder andere Auffälligkeiten. Ferner hat er die Tankanzeige zu kontrollieren. Dieser Punkt wird häufig sehr locker gehandhabt. Auch wenn nur 20 Liter im Tank fehlen, ist dies ein Grund, das Fahrzeug unverzüglich voll zu tanken und dies nicht auf später zu verschieben. Weil das erfahrungsgemäß nicht jeder so sieht, regeln viele Rettungswachen diese Frage mittels Dienstanweisung.

Ist ein Praktikant an Bord, muss dieser ausführlich über seine Aufgaben und Verhaltensweisen aufgeklärt werden. Das kann, muss aber nicht zwingend der Rettungsassistent beziehungsweise Notfallsanitäter erledigen. Auch ein erfahrener Rettungssanitäter kann diese Aufgabe übernehmen. Es geht bei diesem Gespräch nämlich nicht darum, dem Neuling in dessen erster Schicht zum Beispiel die Einstellungsmöglichkeiten eines Beatmungsgerätes oder die Ableitung eines 12-Kanal EKGs vorzustellen. Elementare Dinge sind erst mal wichtiger:

  • Wie steige ich an der Einsatzstelle sicher aus dem Fahrzeug aus?
  • Wie funktioniert das Handling des klappbaren Betreuersitzes?
  • Wie lässt sich die Innenraumbeleuchtung bedienen?
  • Wie geht man richtig mit der Fahrtrage um?

Rückt die Besatzung nach einem Einsatz wieder ein, fallen bestimmte Arbeiten an. Der Fahrer (Rettungssanitäter) ist für den Zustand des Fahrzeugs verantwortlich. Kleinere Mängel falscher Luftdruck; eine defekte Glühbirne im Scheinwerfer , die aus Bequemlichkeit nicht gleich behoben werden, können sich später nachteilig bemerkbar machen.

Das Desinfektions- und Reinigungsarbeiten sowie die Fahrzeugpflege nicht zu den Lieblingstätigkeiten von Rettungsdienst-Mitarbeitern gehören, ist bekannt. Sie sind aber für einen reibungslosen Einsatz genauso wichtig und notwendig wie ein funktionsfähiges EKG-Gerät. Insofern ist nicht nur das beim letzten Einsatz verbrauchte Material wieder aufzufüllen, sondern auch das Einsatzfahrzeug zu reinigen.

Der Schichtführer (Rettungsassistent/Notfallsanitäter) kümmert sich derweil um die vollständige Dokumentation. Im Hinblick auf das Qualitätsmanagement nimmt sie eine immer wichtigere Rolle im Einsatzalltag ein. Im selben Arbeitsschritt erfolgt gleich auch die Abrechnung. Fehlende Angaben können jetzt noch durch einen kurzen Anruf zum Beispiel in der aufnehmenden Klinik erfragt werden. Später kann das schwierig und zeitaufwändig sein.

Im Notfalleinsatz kennt jeder seinen Platz

Die sinnvolle Aufgabenverteilung ist aber noch lange nicht alles, damit die Teamarbeit funktioniert. Jeder im Team kennt seinen Platz sowohl im Fahrzeug als auch an der Einsatzstelle. Beim Eintreffen am Notfallort ist es daher Aufgabe des Fahrers (Rettungssanitäter), die Einsatzstelle abzusichern. Befindet sich der Patient in einem Gebäude, genügt es in der Regel, am Fahrzeug die Warnblinkanlage einzuschalten. Liegt die Einsatzstelle im Freien, zum Beispiel auf der Straße, kann es angebracht sein, zusätzlich das Blaulicht eingeschaltet zu lassen.

Kommunikation im Einsatz. Absprache erleichtert die Aufgabenverteilung und trägt zum Einsatzerfolg bei.

Kommunikation im Einsatz. Absprache erleichtert die Aufgabenverteilung und trägt zum Einsatzerfolg bei.

Beim Notfallpatienten angekommen, führt der Rettungssanitäter das Monitoring und die Basismaßnahmen durch. Der Rettungsassistent oder Notfallsanitäter als Kopf des Rettungs-Teams übernimmt derweil den diagnostischen Block. Er gibt den Ablauf aller Maßnahmen vor, weist also beispielsweise an, dass der Patient 12 Liter Sauerstoff pro Minute mittels Highflow-Maske erhält.

Für den ausführenden Kollegen zum Beispiel der Rettungssanitäter ist diese Aufgabe nicht damit abgeschlossen, dass er dem Patienten die Sauerstoffmaske aufsetzt. Er hat zudem zu kontrollieren, ob der Schlauch mit der Sauerstoffflasche richtig verbunden und die Flasche aufgedreht ist. Erst wenn ein kompletter Vorgang überprüft und abgeschlossen ist, signalisiert er dem Rettungsassistenten deutlich, dass der Auftrag erledigt wurde.

Trivial? Keineswegs! Im Einsatzalltag ist immer wieder zu beobachten, wie einem Patienten zwar die Sauerstoffmaske aufgesetzt, aber nicht das Flaschenventil aufgedreht wird. Oder der Sauerstoffschlauch unbemerkt vom Konnektor der Maske rutscht.

Kommunikation im Einsatz ist wichtig – Diskussion aber unerwünscht

Auch bei der EKG-Ableitung treten immer wieder solch banale Fehler auf: Die Elektroden werden aufgeklebt, das Patientenkabel ist an den Elektroden angeschlossen aber nicht mit dem EKG-Gerät verbunden.

Gründe für solche Pannen sind unter anderem mangelnde Kommunikation im Rettungs-Team und nicht abgestimmte Maßnahmen. Dies passiert, wenn zwei Teammitglieder, ohne sich zu besprechen, die gleichen Tätigkeiten machen möchten. Man wird durch die aktuelle Situation abgelenkt und vergisst die erste Aufgabe einfach. Wird ein Schritt angefangen, aber nicht zu Ende gebracht, kann dies die Versorgung negativ beeinflussen.

Die Kommunikation im Rettungsdienst-Einsatz ist an klare Vorgaben gebunden. Die vorgeschriebenen Algorithmen, anhand derer Notfälle abgearbeitet werden, bieten wenig Spielraum für Diskussionen. Daher ist der Ablauf in der Kommunikation von Auftrag und Rückmeldung durch den Durchführenden wichtig.

Bei einem Großteil der Rettungsdienst-Einsätze sind die meisten Abläufe sehr ähnlich. Hierdurch kommt es zu einem standardisierten Vorgehen, wozu auch die Aufgabenteilung im Rettungs-Team zählt. Ein auf dem RTW eingeteilter Praktikant ist hierbei ins Team einzubeziehen.

Sind Angehörige am Einsatzort, werden diese ebenfalls in die Versorgung einbezogen. Sie können sowohl die Krankenkassenkarte oder einen Medikationsplan herbeiholen bzw. Fragen im Rahmen der Fremdanamnese beantworten.

Aufgaben-Verteilung: Wenn der Notarzt dazukommt

Das Vorgenannte gilt auch für Notfall-Einsätze, bei denen ein Notarzt hinzukommt. Dieser trifft in der Regel mit einem Notarzt-Einsatzfahrzeug (NEF) oder Rettungshubschrauber (RTH) ein und bringt einen weiteren Notfallsanitäter, Rettungsassistenten bzw. -sanitäter mit.

Sobald das Notarzt-Team eingetroffen ist, hat der Schichtführer des RTW eine klare Übergabe durchzuführen. Hierbei ist darauf zu achten, dass nur zwei Personen Rettungsassistent beziehungsweise Notfallsanitäter des RTW und Notarzt miteinander reden. Jeder am Einsatz beteiligte mag seine eigene Meinung haben, hat sie an dieser Stelle aber nicht kundzutun. Dies würde das Übergabegespräch (unnötig) in die Länge ziehen. Es bestünde zudem die Gefahr, dass wesentliche Informationen vergessen würden und Missverständnisse entstünden.

Jede Rettungsfachkraft im Notfalleinsatz sollte ihr Aufgabengebiet kennen. Foto: fotolia/Kzenon

Jede Rettungsfachkraft sollte im Notfalleinsatz ihr Aufgabengebiet kennen. Foto: fotolia/Kzenon

Bei dieser Übergabe wechselt die Verantwortung für den medizinischen Notfalleinsatz vom Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter des RTW auf den Notarzt. Letztgenannter wird damit zum neuen Teamleiter und gibt die weiteren Versorgungsschritte vor. Während die RTW-Besatzung dem Notarzt bei der Versorgung des Patienten assistiert, kümmert sich der NEF-Fahrer um die Dokumentation und Voranmeldung des Patienten in der Klinik.

Die Aufgabenteilung im Rettungs-Team ist von Wache zu Wache und je nach Rettungsdienstbereich unterschiedlich. Gleich ist jedoch an allen Standorten, dass eine klare Aufgabenteilung und Kommunikation die Grundlage für eine gute Patientenversorgung bildet.

Ist ein Rettungshubschrauber eingebunden, müssen sich alle Beteiligten gut absprechen. Von einem Hubschrauber gehen im Vergleich zu bodengebundenen Rettungsmitteln mehr Gefahren aus. Bergen die Rotoren schon eine große Unfallgefahr in sich, können auch aufgewirbelte Gegenstände bei Umstehenden zu Verletzungen führen. Um sich nicht unnötigen Risiken auszusetzen, sollte die Rettungsfachkräfte im Umfeld des Hubschraubers immer nur nach Rücksprache mit der Crew gearbeitet werden. Das gilt zum Beispiel für die Entnahme von Ausrüstungsgegenständen und das Einschieben der Trage.

Einsatz in der Arztpraxis

Befindet sich die Einsatzstelle in einer Arztpraxis, einer Privatklinik oder einem Pflegeheimen, ist es unerlässlich, das Personal der Einrichtung einzubinden. Sie kennen die Krankengeschichte „ihres” Patienten und dessen Besonderheiten.

Gerade in der heutigen Zeit, in der sich Kliniken zunehmend spezialisieren, werden Maßnahmen an den Patienten vorgenommen, die Rettungsfachkräften unbekannt sind. Teilweise handelt es sich dabei um Hochrisikopatienten. Deshalb ist ein abgestimmtes Vorgehen unabdingbar, um den Patienten nicht unnötig zu gefährden.

Anhand des Überleitungsprotokolls werden Besonderheiten durchgesprochen. Es zeugt von Verantwortungsgefühl, wenn das Rettungsfachpersonal an Stellen, die nicht verstanden wurden, nochmals nachfragt. Einen Patienten hingegen zu übernehmen, obwohl wissentlich noch Unklarheiten bestehen, ist fahrlässig und unprofessionell. Bei Rückfragen gibt das Pflegepersonal Auskunft. Es erläutert beispielsweise nochmals eine bestimmte Lagerungstechnik oder wichtige Aufgaben während des Transports.

Bei der Versorgung des Notfallpatienten kann die medizintechnische Ausstattung der jeweiligen Einrichtung (zum Beispiel Pflegeheim) hinzugezogen werden. So leisten fahrbare Infusionsständer oder Bettenlifte beim Umlagern und für den Transport des Patienten gute Dienste. Hierbei zeigt sich einmal mehr, wie wertvoll eine klar abgestimmte Aufgabenteilung im Einsatz sein kann.

Aufgabenverteilung bei Großschadenslagen

Neben dem so genannten Tagesgeschäft ereignen sich auch Einsätze, die neben der Versorgung von Notfallpatienten auch operativ-taktische Überlegungen erfordern. Hier ist dann eine besondere Abstimmung zwischen den Rettungskräften erforderlich.

In diese Kategorie von Einsätzen fällt unter anderem der Massenanfall von Verletzten (MANV) genauso wie Katastropheneinsätze. Neben dem Rettungsdienst sind dann weitere Fachdienste wie Feuerwehr, Polizei, Technisches Hilfswerk sowie verschiedene Schnell-Einsatz-Gruppen oder Berg- und Wasserrettung beteiligt.

Auch die Aufgabenverteilung zischen unterschiedlichen Hilfsorganisationen ist geregelt. Foto: fotolia/benjaminnolte

Auch die Aufgabenverteilung zwischen unterschiedlichen Fachdiensten ist geregelt. Foto: fotolia/benjaminnolte

In solchen Lagen geht es um die Aufgabenverteilung sowie die taktischen Strukturen. Verantwortlich sind die entsprechenden Personen mit Führungsaufgaben: Einsatzleiter Rettungsdienst, Feuerwehrkommandant oder Einsatzabschnittsleiter. Sie ordnen den Raum und legen fest, wo beispielsweise die Patientenablage oder der Rettungsmittelhalteplatz eingerichtet werden. Zu erkennen sind diese Führungskräfte an entsprechenden farbigen Westen.

Auch in solchen Situationen ist kein Platz für Diskussionen. Weist der Einsatzleiter oder dessen Führungsassistent einem Rettungswagen einen Patienten zu, ist dieser von der RTW-Besatzung ohne Debatte zu übernehmen. Eine Diskussion ist hier insofern nicht angebracht, als dass nur die Führungskraft den Gesamtüberblick hat und für die richtige Aufgabenverteilung verantwortlich ist. Kritik kann im Rahmen einer Nachbesprechung geübt werden.

Die Zahl an Personen und Einheiten an einer Einsatzstelle ist nahezu unendlich erweiterbar. Hierunter fallen Funktionsträger genauso wie Mitarbeiter von Behörden und der Straßenmeisterei, Pressevertreter oder sich zufällig an der Einsatzstelle befindliche Ersthelfer. Sind die Aufgaben auch noch so unterschiedlich, dennoch ist auf einen guten Informationsaustausch zu achten. Nur durch eine klar strukturierte Kommunikation und Aufgabenverteilung an der Einsatzstelle können komplexe Lagen erfolgreich gemeistert werden.

Die beschriebenen Empfehlungen funktionieren nur dann, wenn nach dem Einsatz das Rettungs-Team gemeinsam den Ablauf bewertet. Sicherlich gibt es bei einem alt eingespielten Team meist weniger Probleme, als wenn man in dieser Konstellation erstmals zusammengearbeitet hat. Gleich ist aber bei allen, dass eine Reflektion nicht nur im Team, sondern auch für sich selbst dazu beiträgt, Wiederholungsfehler zu vermeiden.

(Text: Uwe Kippnich, Dozent im Rettungsdienst, Krankenpfleger, OrgL, Örtlicher Einsatzleiter, EU-Team-Leader; Symbolfotos: Markus Brändli; zuletzt aktualisiert: 19.06.2017)
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Wilhelmshaven (pol) Ein 29-Jähriger hat sich am Sonntagabend (18.06.2017) in Wilhelmshaven bei der Explosion einer Kugelbombe lebensgefährlich verletzt.

Der Mann befand sich mit seiner Pyrotechnik auf der Hofzufahrt eines Mehrfamilienhauses, als die Bombe plötzlich explodierte. Augenzeugen setzten einen Notruf ab, woraufhin die Leitstelle einen Löschzug der Feuerwehr sowie RTW und NEF alarmierte.

Der Rettungsdienst übernahm die Erstversorgung des 29-Jährigen und brachte den lebensgefährlich Verletzten anschließend in ein Krankenhaus. Gleichzeitig evakuierten Kräfte der Polizei und Feuerwehr das Haus. Mit einem Sprengstoffspürhund wurde nach weiterem Sprengmittel gesucht. Nach kurzer Zeit gaben die Beamten Entwarnung.

(19.06.2017; Symbolfoto: ufotopixl10/fotolia.com)

Bremerhaven (rd_de) Beim Versuch seinen Hund aus einem Hafenbecken in Bremerhaven zu retten, hat sich ein Mann am Donnerstag (15.06.2017) in eine kritische Situation begeben. Einsatzkräfte mussten Mann und Hund aus dem Wasser retten.

Der Passant ging am Geestevorhafen mit seinem Hund spazieren, als dieser plötzlich ins Hafenbecken sprang und nicht wieder herauskam. Der Hundebesitzer kletterte seinem Vierbeiner hinterher. Er nahm den Hund auf den Arm. Doch nun schaffte er es selbst nicht mehr, aus dem Becken zu gelangen.

Ein Fußgänger beobachtete die Situation und setzte einen Notruf ab. Die Leitstelle alarmierte die Feuerwehr Bremerhaven. Gleichzeitig bemerkte der Lotse des in Sichtweite stationierten Seenotkreuzers „Hermann Rudolf Meyer” den Mann mit seinem Hund. Die Seenotretter ließen daraufhin ihr Tochterboot „Christian” zu Wasser und nahmen Kurs auf das Hafenbecken. Seenotretter und Feuerwehr trafen zeitgleich am Einsatzort ein.

Die Einsatzkräfte retteten den Mann und den Hund unverletzt aus dem Becken.

(16.06.2017; Foto: Feuerwehr Bremerhaven)

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Paediatrische Praxis_580Bremen (rd_de) Der Kindernotfall gehört zu den außergewöhnlichen Einsätzen im Rettungsdienst-Alltag. Oftmals lautet das Alarmierungsstichwort „Fieber Baby” oder „Fieber Kleinkind”. Aber auch „Reanimation Kind” oder „Schädel-Hirn-Trauma Kind” kommen vor. Nicht nur für den Kindernotarzt, auch für Rettungsassistent und Rettungssanitäter eine besondere Situation.

Fieber bei Kleinkindern ist grundsätzlich nichts Besonderes. Der Anstieg der Körperkerntemperatur kann allerdings ein wichtiges Symptom für eine ernste Grunderkrankung sein. Ursache kann zum Beispiel eine Epiglottitis sein. Sie äußert sich nicht nur durch einen Temperaturanstieg auf 39 40 °C. Charakteristisch sind unter anderem auch Atemnot und Schluckstörungen. Für Rettungsassistent bzw. Kindernotarzt ist deshalb eine gründliche Untersuchung des Kindes besonders wichtig.

Bei besonders schweren Fällen können eine Narkose und Intubation erforderlich sein. Das Atemwegsmanagement und die Notfallnarkose bei Kindern bis zum 5. Lebensjahr stellen auch für erfahrene Notärzte eine besondere Herausforderung dar.

Ähnlich verhält es sich bei einer Reanimation oder beispielsweise nach einem Schädel-Hirn-Trauma, das bei Kindern infolge von Stürzen in unterschiedlicher Schwere auftreten kann. (Kinder-)Notarzt und Rettungsassistent benötigen auch hierfür eine ausreichende pädiatrische Praxis, um schnell und suffizient zu helfen.

Wichtige Informationen zum Thema Kindernotfälle finden Sie in unserem eDossier „Pädiatrische Praxis für Rettungsassistenten”, das Sie hier herunterladen können!

(Text: Dr. Ingo Blank, Notarzt und Dozent; Symbolfoto: Markus Brändli; zuletzt aktualisiert: 16.06.2017) [1113]

Bild1_RM_eDossier2014_KindernotfaelleeDossier „Pädiatrische Praxis für Rettungsassistenten”
• Umfang: 23 Seiten
• Dateigröße: ca. 4,4 MB/PDF-Format
• Beiträge aus: Rettungs-Magazin 2/2012, 2/2013, 5/2013, 1/2014

Merseburg (rd_de) Weil die Ausschreibung zur Vergabe des Rettungsdienstes im Saalekreis fehlerhaft verlaufen ist, erklärte das Oberverwaltungsgericht Merseburg das Verfahren Ende Mai 2017 für hinfällig. Seitdem stellen der ASB und das DRK den Rettungsdienst im Kreis als Interimslösung sicher (wir berichteten). Der private Rettungsdienstbetreiber „Ambulance” möchte aber ebenfalls berücksichtigt werden.

Die Firma Ambulance war bis zur Neuausschreibung mit einer Wache in Bad Dürrenberg im öffentlichen Rettungsdienst eingebunden. Heute ist der ASB für diesen Bereich zuständig und möchte es auch weiterhin bleiben. Der „Mitteldeutschen Zeitung” gegenüber sagte ASB-Geschäftsführer Maik Scharf: „Das Gericht hat gesagt, dass neu ausgeschrieben werden muss, nicht, dass der alte Zustand wiederhergestellt wird.” Ähnlich scheint das auch sein Kollege vom DRK, Torsten Kruck, zu sehen.

Die Ambulance GmbH will aber nicht lockerlassen und drängt darauf, die ehemalige Wache in Bad Dürrenberg zu reaktivieren. Fahrzeuge und Einsatzkräfte sollen nach Informationen der „Mitteldeutschen Zeitung” schnell zu beschaffen sein. Nicht zuletzt, weil die Gesellschaft auch in Halle im Rettungsdienst mitarbeitet. Den „Ambulance”-Geschäftsführer zitiert die Zeitung: „Wir wollen bei der Interimslösung dabei sein.” Diese könnte noch bis zu zwei Jahre Gültigkeit haben.

Ob die als Wunsch formulierte Forderung in Erfüllung geht, ist unklar. Der Kreistag muss entscheiden, und dessen Mitglieder wissen, dass die Firma „Ambulance” auf Schadenersatz pocht.

(16.06.2017; Symbolfoto: Markus Brändli)

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Sylt (rd_de) Eine 46-jährige Kitesurferin hat am Dienstag (13.06.2017) auf Sylt ihr Bewusstsein verloren, als ihr Schirm sie unkontrolliert in die Höhe riss.

Die Surferin befand sich auf einem Strandabschnitt zwischen Rantum und Hörnum. Laut Polizei Flensburg bereitete die Frau sich gerade auf den Wellenritt vor, als sie plötzlich die Kontrolle über ihren Kiteschirm verlor. Eine Böe erfasste den Kite und zog die Frau nach oben.

Augenzeugen beobachteten das Geschehen. Sie begaben sich zu der Stelle und fanden die 46-Jährige im Sand liegend vor. Die Kitesurferin war nicht ansprechbar. Daraufhin setzten die Augenzeugen einen Notruf ab.

„Christoph Europa 5″ und Polizei wurden von der Leitstelle alarmiert. Am Einsatzort angekommen, wiesen die Polizeibeamten den Rettungshubschrauber ein. Die Besatzung von „Christoph Europa 5″ übernahm nach der Landung die Erstversorgung der Patientin und flog sie in ein Krankenhaus.

(14.06.2017; Symbolfoto: DRF Luftrettung)

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Bremen (rd_de) Der Sommer ist da, und das Rettungs-Magazin macht ihn mit der großen AboPlus Sommeraktion 2017 noch schöner. Machen Sie jetzt mit und sichern Sie sich attraktive Preise. Es lohnt sich!

AboPlus bedeutet, dass man neben dem gedruckten Exemplar des Rettungs-Magazins die jeweilige Ausgabe zusätzlich auch noch in digitaler Form erhält. Die Vorteile dieses starken Doppels liegen auf der Hand: Sie lesen das Rettungs-Magazin wie gewohnt als gedruckte Ausgabe. Zusätzlich haben Sie die Zeitschrift aber jederzeit zum Beispiel auf Ihrem Smartphone oder Tablet dabei und können sie platzsparend archivieren. Bequemer gehts nicht!

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Damit nicht genug: Unter allen Neu-Abonnenten verlosen wir im Aktionszeitraum (15.06. 08.09.2017) monatlich 3 SeatZacs in Blau. Die Ziehung der Gewinner erfolgt am 17.07.2017, 15.08.2017 sowie 11.09.2017. Die Gewinner werden von uns anschließend schriftlich informiert. Viel Glück!

(15.06.2017)






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